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Neuer Stadtrundgang

Dichtende Pfarrer, stehlende Kinder

Münster

Wofür waren Pferdeäpfel nützlich und wo wurden stehlende Kinder aus der Schule geholt? Das erfuhren die Premierengäste des neuen Stattreisen-Rundgangs am Sonntagnachmittag. Franz Eschhaus und Timm Richter erzählten spannend und kurzweilig Wissenswertes über Münsters Geschichte.

Maria Conlan

Stadtführer Franz Eschhaus Foto: Maria Conlan

Ein Blick darauf werfen, was nicht mehr ist – oder nur noch in wenigen Spuren vorhanden, das konnte eine Gruppe von 35 Interessenten am Sonntagnachmittag. „Das alte verschwundene Münster. Vergessene Orte in Münsters Altstadt“ lautet der neue Statt-Reisen-Rundgang, der jetzt Premiere feierte. Franz Eschhaus und Timm Richter führten zusammen an bekannte Orte, durch unbekannte Gassen, lasen Masematte-Geschichten, berichteten Historisches und zeigten Fotos, Skizzen und Stadtpläne zur Ergänzung der besuchten Plätze. Aus geplanten 90 Minuten wurde eine kurzweilige zweistündige Entdeckungsreise durch die eigene Stadt. Da trübten auch die Windböen keinesfalls das Interesse der Zuhörenden.

Stadtführer Franz Eschhaus erklärt den Teilnehmern das Stadtmodell. Foto: Maria Conlan

Sogar Eschhaus war überrascht von dem Zustrom. „So viele hatten wir schon lange nicht mehr bei einer Premiere“, begeisterte er sich. Jetzt wissen die Teilnehmer, wo Masematte entstand, woher der Name des alten Parkplatzes Asche stammt, was Katthagen bedeutet, wo Johann Conrad Schlaun in Münster wohnte und wozu Kinder früher Pferdeäpfel sammelten. Das älteste und jüngste Haus der Buddengasse wurden bewundert, und Eschhaus klärte auf, was das Lokal Drübbelken mit dem Bau der A 1 zu tun hat.

Der Rundgang startete bei der Stadtbücherei, führte an der Lambertikirche vorbei über den Prinzipalmarkt, vorbei am Dom zur Überwasserkirche. Auf dem Schulhof der Gesamtschule Mitte konnte das älteste noch als Schule genutzte Gebäude der Stadt bewundert und die Häuserumrisse alter Zeiten im Pflaster erkannt werden. Ins Kuhviertel ging es durch die Wankelgasse und Hollenbachstraße zur Buddengasse. Am Ende erfuhr die Gruppe, wie Kinder früher in der Schafgasse berittene Polizisten in Schwierigkeiten brachten. Zu den Fakten gab es immer wieder deftige Masematte-Geschichten und „Dönekes“ – unterhaltsam und anschaulich.

Stadtführer Timm Richter und Teilnehmer Foto: Maria Conlan

Der nächste Rundgang zu diesem Thema findet am 4. Juni (Donnerstag) um 19 Uhr statt. Für Gruppen ist dies auch außerplanmäßig buchbar.

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