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Familienstück im Theater Münster besticht durch spektakuläre Ausstattung

Die abenteuerliche Reise mit der Riesenbirne

Münster

Wenn eine Riesenbirne auf Reisen geht, ist das nicht nur urkomisch, sondern auch eine Herausforderung an die Ausstatter des Theaters. Jetzt hatte das Familienstück nach dem dänischen Kinderbuch von Jakob Martin Strid im Großen Haus des Theaters Münster Premiere.

Von Helmut Jasny

Die Riesenbirne ist bewohnbar und seetauglich. Foto: Michael Lyra

Die Nachrichten auf dem großen Bildschirm sehen verdächtig handgemacht aus: ausgeschnittene Schlagzeilen und Meldungen auf Zetteln, die nach Bedarf hin und her geschoben werden. Im digitalen Zeitalter hat das einen ganz eigenen Charme. Zudem erfährt man die Vorgeschichte, die dann später zu der „Unglaublichen Geschichte von der Riesenbirne“ führt. Und diese ist abenteuerlich genug, dass sie ein junges Pu­blikum bei der Stange hält, aber auch so fantasievoll in Szene gesetzt, dass Erwachsene ihren Spaß damit haben. Am Samstag hatte das Familienstück nach dem dänischen Kinderbuch von Jakob Martin Strid im Großen Haus des Theaters Münster Premiere.

Zur Handlung: Der gute alte Bürgermeister ist auf mysteriöse Weise verschwunden, und der böse neue Amtsinhaber will die halbe Stadt zubetonieren. Da finden die beiden Kinder Basti und Mika eine Flaschenpost mit einem Samenkorn, aus dem eine riesige Birne wächst, mit der sie in See stechen, um eine geheimnisvolle Insel zu suchen. Dort entdecken sie nach allerlei Abenteuern den alten Bürgermeister und setzen ihn wieder ins Amt. Unterstützt werden sie dabei von Professor Glykose, einem Daniel Düsentrieb vor dem Herrn.

Die Bühne im Großen Haus ist nicht klein. Um sie zu füllen, hat Regisseurin Nadine Schwitter die Kölner Künstlergruppe Puppet Empire eingebunden. Und diese hat ausstattungsmäßig Beachtliches geleistet. Neben der Riesenbirne selbst, die sowohl seetauglich als auch bewohnbar ist, gehört dazu ein Seedrache, der über mehrere Stockwerke verfügt und in Wirklichkeit ein U-Boot ist. Ein Piratenangriff wird über einen riesigen Zoom-Bildschirm abgewickelt, auf dem die als Puppen agierenden Piraten prächtig zur Geltung kommen.

Die geheimnisvolle Insel, die nach langer Irrfahrt erreicht wird, lässt an Bastelkunst ebenfalls nichts zu wünschen übrig.

Am wichtigsten aber ist das wunderbar frisch und quirlig agierende Ensemble. Soraya Abtahi und Amelie Barth spielen als Basti und Mika ihren jugendlichen Charme aus und bringen Tempo auf die Bühne, während Martin Aselmann seinem Professor Glykose die passende Portion Komik mit auf den Weg gibt. Musikalisch unterstützt werden sie von Jan Klare und Achim Zepezauer, die das Stück nicht nur live begleiten, sondern auch immer mal wieder ins Geschehen eingreifen. Eine gelungene Inszenierung mit großem Erlebnis- und Schauwert.

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