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Laetitia Eskens beim Förderverein Aktuelle Kunst

Die dritte Dimension von Materie

Münster

In der Physik ist Materie real - selbst die dunkle wahrscheinlich. Andreas Eskens hat eine „fiktive Materie“ entwickelt, die seine Nichte Laetitia Eskens beim Förderverein Aktuelle Kunst vorstellt.

Von Gerhard H. Kock

Laetitia Eskens hat sich mit dem Nachlass ihres Onkels beschäftigt und dabei einen Bildkosmos entschlüsselt. Foto: Gerhard H. Kock

Die normale Materie kennt jeder, von der dunklen Materie wird geraunt und gemunkelt. Von der „fiktiven Materie“ indes hat vermutlich bislang kaum jemand gehört. Physiker erst recht nicht. Ersonnen hat sie Andreas Eskens seit den 80er Jahren und diese Welt auf rund 900 Zeichnungen festgehalten.

Seine Nichte Laetitia Eskens hat sich des Nachlasses ihres Onkels angenommen, das Material gesichtet, geordnet und neu durchdacht. Als Künstlerbuch und Projektionsraum ist ihre Arbeit in der Ausstellung „I might dance to the beat“ beim Förderverein Aktuelle Kunst (FAK) zu sehen.

"Science Fiction" aus Kunststoff

Der Titel des 180-seitigen Künstlerbuchs „Es lebe Kunststoff! Soziales Plastic“ ist eine humorvolle Referenz an Beuys mit dessen Konzept der „Sozialen Plastik“. Laetitia Eskens hat sich vorwiegend mit den Buntstiftzeichnungen der 1990er und frühen 2000er Jahren auseinandergesetzt. Die Zeichnungen präsentieren einen abstrakten „Science Fiction“- Kosmos, der aus Kunststoff besteht, in dem der Gegensatz zwischen toter und lebendiger Materie aufgehoben sein soll: Alles fließt, alles resoniert mit allem.

Laetitia Eskens hat gleichsam Elementarforschung betrieben und das Werk des Onkels mit mikroskopischem Blick künstlerisch erhellt, transparenter werden lassen: Kristalline Strukturen, organische Muster, Raumschiffe und Architekturen vermitteln eine gehaltvolle „Bejahung des Fantastischen“.

Im FAK-Raum greift Laetitia Eskens ihre Forschungsergebnisse auf, bringt sie als Lichtinstallation mit drei gleichzeitig projizierten Videoanimationen in Stellung und schafft eine Labor-Atmosphäre für Wahrnehmung und Empfindung.

Die Ausstellung ist bis zum 13. November im FAK, Fresnostraße 8, zu sehen.

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