1. www.muensterschezeitung.de
  2. >
  3. Lokales
  4. >
  5. Muenster
  6. >
  7. Die ewige und rastlose Suche nach Sinn

  8. >

„Faust“ feiert Premiere im Großen Haus

Die ewige und rastlose Suche nach Sinn

Münster

Klassiker! Im Großen Haus des Theaters Münster feiert die Inszenierung von Christoph Mehler des Goethe-Klassikers „Faust I“ Premiere – die Tragödie des modernen Menschen schlechthin.

Von und

Faust (Ilja Harjes) trägt hier Gretchen (Lea Ostrovskiy). Doch schwerer noch trägt Faust die ewige Frage nach dem Sinn in diesem Erdenleben mit sich herum. Foto: Oliver Berg

Der Goethe-Klassiker „Faust. Der Tragödie Erster Teil“ feiert am Samstag (25. September) um 19.30 Uhr in einer Neuinszenierung von Christoph Mehler im Großen Haus des Theaters Münster Premiere.

„Nichts!“ Das ist die einzige Erkenntnis, die Doktor Faust umtreibt und den vorläufigen Endpunkt seiner jahrelangen Suche danach markiert, „was die Welt im Innersten zusammenhält“. Faust beschwört einen Geist, auf dass dieser ihn die Welt und einen Sinn erkennen lässt. Von dessen Antwort „Du gleichst dem Geist, den du begreifst, nicht mir!“ wird Faust enttäuscht und auf sein Menschsein zurückgeworfen. „Ein guter Mensch, in seinem dunklen Drange, ist sich des rechten Weges wohl bewusst“, so spricht Gott zu Mephisto, der Faust mit einer Wette um seine Seele bringen will.

Tragödie des modernen Menschen schlechthin

Doch was mit Wein, Liedern und Liebe beginnt, wandelt sich bald in eine Suche nach dem Unmöglichen jenseits von Raum und Zeit, deren Preis eine junge Frau mit ihrem Leben bezahlen wird.

Goethes „Faust“ sei nicht nur das bedeutendste und meistgespielte Theaterstück im deutschsprachigen Raum, sondern womöglich die Tragödie des modernen Menschen schlechthin, mit seiner rastlosen Jagd nach Lebensgenuss und Erkenntnisgewinn, heißt es in der Ankündigung des Theaters.

Die 1808 veröffentlichte Tragödie greift die Geschichte des historischen Doktor Faustus auf. Goethe hat über 60 Jahre damit verbracht, das Drama eines Wissenschaftlers niederzuschreiben, der in satanischem Rausch die äußeren Grenzen menschlichen Lebens sprengt. „Je suis Faust?“ – so wird das Faustische im Spiegel gesellschaftlicher Debatten um die Endlichkeit natürlicher Ressourcen, Machtmissbrauch und Fake News zur Lebensstrategie erhoben. „Des Pudels Kern“ beschreibt mithin den immerwährenden Kampf um die Menschenwürde und die Frage danach, wie wir leben wollen.

Besetzung

Dr. Heinrich Faust wird gespielt von Ilja Harjes, Mephisto von Jonas Riemer. Verantwortlich für Bühne und Kostüme ist Jennifer Hörr, für die Dramaturgie Astrid Reibstein.

Weitere Termine im Oktober: 2.10., 19.30 Uhr; 3.10., 18 Uhr; 5.10., 19.30 Uhr.

Startseite