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CDU ärgert sich über neue Regeln an den Recyclinghöfen

„Die Infrastruktur muss mitwachsen“

Münster-Wolbeck/Gremmendorf

Seit Corona ist die Anfahrt mit Anhängern nicht mehr auf den Recyclinghöfe in den Stadtteilen zugelassen. Aber von Wolbeck bis zur Zentraldeponie in Coerde zu fahren? „Da kommt Frust auf“, findet die CDU Wolbeck. Sie wünscht sich eine Erweiterung der Recyclinghöfe. Was die Abfallwirtschaftsbetriebe Münster (AWM) dazu sagen:

Von Markus Lütkemeyer

Ist der Recyclinghof an der Eschstraße zu klein? Die CDU mit (v.l.) Oscar Lass, Petra Hensel-Stolz, Martin Peitzmeier und Alf Kaßenbrock sehen Verbesserungsbedarf. Foto: mlü

Seit der Pandemie gelten neue Regeln auf den Recyclinghöfen. Maskenpflicht und Abstandsregeln sind vielen Menschen mittlerweile in Fleisch und Blut übergegangen. Doch von der neuen Vorgabe, dass PKW-Anhänger nicht mehr erlaubt sind, werden viele Bürgerinnen und Bürger kalt erwischt.

Zurzeit ist alleine die Zentraldeponie in Coerde für gewerblichen Abfall und für die Anfahrt mit größeren Fahrzeugen und mit Anhängern zugelassen. Die dezentralen Recyclinghöfe in den Stadtteilen sind zu klein und lassen nur wenig oder gar keinen Rückstau zu. So kommt es gerade auch an den Recyclinghöfen in Wolbeck, Hiltrup und Gremmendorf an der Eulerstraße zu längeren Staus und Verkehrsbehinderungen.

CDU verweist auf Bevölkerungswachstum

Die CDU Wolbeck ärgert sich darüber. „Da kommt schon Frust auf“, sagt Alf Rüdiger Kaßenbrock, der Fraktionsvorsitzende in der Bezirksvertretung Südost. „Die Infrastruktur muss in Wolbeck und Gremmendorf mitwachsen, wenn die Bevölkerung dort zunimmt“, sagt der Bezirksvertreter Oscar Lass.

Die Verwaltung wurde daher gebeten, zu prüfen, ob eine Möglichkeit besteht, die Recyclinghöfe in Wolbeck und Gremmendorf zu erweitern. Oder ob es alternativ möglich ist, einen neuen größeren Recyclinghof im Stadtbezirk Südost einzurichten. „Wenn jeder Wolbecker mit seinen Gartenabfällen im Anhänger nach Coerde fahren muss, dann ist das auch ökologisch Unsinn“, meint der CDU-Ratsherr Martin Peitzmeier.

Die Bezirksvertreterin Petra Hensel-Stolz betont: „Münster arbeitet bei der Müllentsorgung bereits auf einem hohem Niveau.“ Gleichzeitig warnt sie vor wilden Müllkippen – sie könnten verhindert werden, wenn vor Ort die Kapazitäten der Recyclinghöfe erhöht werden.

Stellungnahme der AWM

Der Chef der Abfallwirtschaftsbetriebe Münster (AWM), Patrick Hasenkamp, hat mittlerweile Stellung zu diesen Vorschlägen genommen. „Bis Ende 2021 werden die AWM das bestehende Recyclinghofkonzept überarbeiten und an die zukünftigen Bedingungen anpassen.“ Gemeint ist damit nicht nur die Bevölkerungsentwicklung in Münster, sondern auch neue gesetzliche Rahmenbedingungen zur Wiederverwendung von Abfällen.

Der Recyclinghof an der Eulerstraße könne allerdings aufgrund der räumlichen Enge am Betriebshof der AWM nicht erweitert werden, er bleibt aber bestehen. Die Anregungen der CDU sollen in Überlegungen mit aufgenommen werden.

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