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Mobilitätstraining und Tanzworkshops für Rollstuhlfahrer

Die „Kunst des Kippelns“

Münster

Wer auf einen Rollstuhl angewiesen ist, für den ist wichtig, eigenständig mobil, zu sein. Genau das wurde am Wochenende beim Tanzsportverein Residenz geübt.

Von Andreas Hasenkamp

Rollstuhltanz war ein Programmpunkt bei den inklusiven Workshops im Tanzsportverein Residenz. Fast noch wichtiger war das Mobiltätstraining für Rollstuhlfahrer und Nutzer von Rollatoren. Foto: Andreas Hasenkamp

Der inklusive Aktionstag in der „Die Residenz Münster“ war nicht der erste, aber ein diesmal anders gestalteter mit einigen Aha-Effekten für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Der Tanzsportverein hatte am Samstag zu Mobilitätstraining und Tanz-Workshops eingeladen, in Zusammenarbeit mit dem Stadtsportbund Münster und dem Behinderten- und Rehabilitationssportverband Nordrhein-Westfalen.

Gestartet wurde mit Mobilitätstraining für Rollstuhlnutzer, es gab Rollstuhltanz für Singles, einen Schau-Tanz mit einem Duo und Tänze der „Cool Movies“, ein inklusives Tanzangebot für Fußgänger, Rollstuhl- und Rollatornutzer und zum Abschluss Training für Rollatornutzer und einen Workshop Rollator-Tanz

Nicht nur ans Tanzen solle man denken, so der Trainer Axel Görgens vom Behinderten- und Rehabilitationssportverband beim Mobilitätstraining für Rollstuhlnutzer. Er baue in seine Trainings immer auch ein Training für den Alltag ein. Das demonstrierte er dem Dutzend an Teilnehmenden. Ein Seil auf dem Boden stand für einen Zweig – der reicht schon, um einen Rollstuhlfahrer vor Probleme zu stellen, da die vorderen Räder meist sehr klein sind. So zeigte er, wie man dieses Problem überwindet. Grundsätzlich muss der Rollstuhl richtig eingestellt sein – das sei leider bei der Mehrheit nicht der Fall. So flogen zunächst einige Sitzkissen in die Ecke, um eine günstigere Distanz von Hand und Radachse zu schaffen. Dann wurde geübt – mit Erfolg, es war manches freudige „Aha“ zu hören.

Partner oder Eltern stehen Eigenständigkeit oft im Wege

Eine der größten Hürden beim Zugewinn an eigenständiger Mobilität seien häufig die Partner oder Eltern, so Görgens. Denn sie trauten dem Partner im Rollstuhl oder dem eigenen Kind häufig zu wenig zu,. Sie verhinderten so das Probieren mit dem Rollstuhl stünden der der Selbstständigkeit im Wege. Teilhabe an der Gesellschaft werde so erschwert.

Die Gruppe übte fleißig Dinge wie „die Kunst des Kippelns“ und Tricks beim Rückwärtsfahren.  „Man muss ein Gefühl dafür bekommen“, so Görgens. Da gab es vor einer Stärkung noch eine kurze Demo des Tanz-Duos Alina Meissner und Vanessa Zellmann aus Krefeld. „Es hat mir ganz viel gegeben“, sagte Ulrike Leifert-Wagner, Sprecherin für Breitensport im Verein Residenz.  

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