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Aktion in der Innenstadt

Stühle statt Parkflächen auf dem Domplatz

Münster

Sitzen statt parken: Der Domplatz in Münster wird zu einem Freiluftwohnzimmer. Dort, wo bislang Autos parkten, sollen Sitzmöglichkeiten zum Verweilen einladen. Die Aktion startet bereits in wenigen Tagen.

Von Karin Völker

So belebt soll es auf dem Domplatz ab kommendem Mittwoch für die zwei folgenden Monate immer aussehen. Vertreter der Stadt, der katholischen Kirche und der Kaufleute saßen auf den neuen Stühlen schon einmal Probe. Foto: Oliver Werner

Münsters zentralster und bekanntester Platz ist in der meisten Zeit vor allem eins: leer. Außer an Markttagen zeigt der Domplatz kahles Kopfsteinpflaster, begrenzt von Parkflächen. Das wird sich ab dem kommenden Mittwoch (13. Juli) für die dann folgenden zwei Monate immerhin ein wenig ändern. Der Domplatz soll dann von Passanten buchstäblich besetzt werden.

80 passend zur Domfassade gelbliche wetterfeste Stühle werden unter den Linden auf der Rückseite des Prinzipalmarktes die jetzt noch als Anwohnerparkplätze genutzte Fläche möblieren. Wer vorbeikommt, kann sich einen Stuhl nehmen, sich auf dem Domplatz hinsetzen, wo er oder sie mag. „Freiluftwohnzimmer statt Transferraum“ lautet die Devise, wie Stadtbaurat Robin Denstorff zusammen mit Vertretern von Münster-Marketing und der Initiative starke Innenstadt am Montagmittag an Ort und Stelle verkündete.

Anwohner werden über Änderungen informiert

Zu diesem Zeitpunkt waren die 68 Parkplätze weitgehend mit Autos besetzt. Die Anlieger des Domplatzes und der umliegenden Straßen erhalten am Dienstag Post, dass der Parkraum am östlichen Rand des Domplatzes nicht mehr zur Verfügung steht und sie stattdessen Parkflächen an der Korduanenstraße und der Königsstraße nutzen können. „Wir werden in den ersten Tagen häufiger vor Ort sein und Autofahrer auf die neue Regelung hinweisen, erklärt Ordnungsamtsleiter Norbert Vechtel. Parkplätze für Menschen mit Behinderungen und den Lieferverkehr bleiben bestehen.

Kommentar: Ein guter Anfang

Dass der schattige Platz unter den Bäumen beliebt zum Verweilen ist, zeigt sich bereits während der kleinen Pressekonferenz: Die hier schon bestehenden Bänke sind besetzt. „Wir wollen mehr Sitzmöglichkeiten in der Stadt abseits der Gastronomie schaffen“, erläutert Bernadette Spinnen, Leiterin von Münster-Marketing. Einfach mal hinsetzen, ohne in einem Café etwas bestellen und zahlen zu müssen, mit einer Gruppe zusammenzusitzen – das ist schon seit einigen Jahren vor der Lambertikirche möglich. Hans-Bernd Köppen, Pfarrer in St. Lamberti und im Dom, hat beste Erfahrungen mit der Bestuhlung vor seiner Kirche gemacht.

Stühle werden abends eingeschlossen

Bedenken, dass manchen die Stühle so gut gefallen, dass sie gleich mitgenommen werden, zerstreut Köppen. Bisher sei nur „ein einziger Stuhl weggekommen“, betonte er und überreichte dem Team von Münster-Marketing einen Schlüssel für eine der Garagen der Pfarre, die direkt an den Domplatz grenzen . Hier werden die neuen Stühle jeden Abend um 20 Uhr eingeschlossen – um am nächsten Morgen um 10 Uhr wieder nach draußen gestellt zu werden. Ausnahme sind die Markttage – dann sollen die Stühle erst ab 16 Uhr zum Verweilen einladen.

Robin Denstorff ist gespannt, wie das Angebot angenommen wird – „nach zwei Sommermonaten werden wir sehen, ob das Konzept funktioniert“, glaubt er. Eine Postkarten-Aktion soll die Meinung der Münsteraner und Gäste der Stadt einholen und dazu einladen, weitere Ideen für die Domplatz-Gestaltung zu entwickeln.

Historische Bilder, etwa 100 Jahre alte Fotos, zeigen, dass der Domplatz – damals mit Linden regelrecht bewaldet – schon einmal belebter und gemütlicher war.

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