1. www.muensterschezeitung.de
  2. >
  3. Lokales
  4. >
  5. Muenster
  6. >
  7. Ein musikalischer Blumenstrauß

  8. >

Freies Musical-Ensemble mit dem Programm „FME ohne Maske – Reloaded“ im Waldorfsaal

Ein musikalischer Blumenstrauß

Münster

Drei Jahre Zwangspause. Nun kann das Freie Musical-Ensemble Münster wieder aus dem Vollen schöpfen. In der Waldorfschule erklangen Höhepunkte aus dem musikalischen Schaffen des Ensembles. Wir waren dabei.

Von Clara Spickernagel

Das Freie Musical-Ensemble Münster kann endlich wieder aus dem Vollen schöpfen. Foto: Spickernagel

Nachdem das Freie Musical-Ensemble Münster aufgrund von Corona zu einer dreijährigen Pause gezwungen worden war, brachte es am Freitag die Highlights seiner Geschichte auf die Bühne – mit großem Erfolg.

„Ich war selten so stolz auf ein Ensemble“ – diese Worte von Leiter Ingo Budweg waren Teil der Begrüßung im Konzertsaal der Freien Waldorfschule. Die nahezu ausverkaufte Premiere des aktuellen Programms „FME ohne Maske – Reloaded“ des Freien Musical-Ensemble Münster e.V. (FME) bestand aus einer Darbietung der beliebtesten Lieder aus 23 Jahren Ensemblegeschichte. „Reloaded“ deshalb, weil ein ähnliches Programm schon letztes Jahr erarbeitet worden war – und fünf Tage vor der Premiere abgesagt werden musste. Umso größer war die Freude darüber, dass die Gruppe, bestehend aus Chor, Orchester, Gesangssolisten und Tänzern, nun endlich wieder auftreten konnte.

Den ersten Gänsehautmoment gab es direkt zum Einstieg. Das Stück Vichnaya Pamyat von Hildur Guðnadóttir, das übersetzt ewiges Gedenken bedeutet, sollte an die Opfer des Ukrainekriegs erinnern.

Anschließend ging es heiterer weiter: Die Moderatorinnen Canan Toksoy und Katharina Laukemper führten mit viel Humor und Fingerspitzengefühl durch den Konzertabend. Das Weihnachtsmusical Scrooge, das zu den beliebtesten Projekten des Ensembles gehört, stellte den ersten Teil dar. Trotz der verkürzten Version, in der die Moderatorinnen in Erzählform Fehlendes ergänzten, wurde den Gästen das schöne Bühnenbild Londons, in dem die adaptierte Weihnachtsgeschichte von Dickens spielt, nicht vorenthalten. Neben den herausragenden Solisten Tim Eichhorn, Sarah Hartmann, Laura Volk und Max Klein ist vor allem Carsten Jaehner hervorzuheben, der mit seiner saalfüllenden Stimme die Rolle des Weihnachtshassers Ebenezer Scrooge verkörperte – die atemberaubend lang gehaltene Schlussnote des Stücks „A better life“ wird Besuchern sicherlich lange im Gedächtnis bleiben. Ergänzt wurden die Stücke durch fesselnde Tanzeinlagen, die die Emotionen aus den Stücken visualisierten.

Wer die Weihnachtsstimmung bis dahin noch nicht verinnerlicht hatte, bekam in der zweiten Hälfte mit der Pastorale aus dem Weihnachtskonzert von Corelli sicherlich den nötigen Schubs. Ein weiterer Höhepunkt: Die Musicalklassiker „You will be found“ aus Dear Evan Hansen und „Seasons of Love“ aus „Rent“ – spätestens als dazu die Fotos aus dem Leben des Ensembles (Hochzeitsfotos inklusive!) gezeigt wurden, gab es im Publikum die eine oder andere Träne. Ein fulminantes Ende fand das vielseitige Konzert in einem Vorgeschmack auf das Musical „Titanic“, welches das FME sich für seine nächste Spielzeit vornimmt.

Das aktuelle Programm wird noch bis zum 13. November gespielt.

Startseite
ANZEIGE