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Benefizkonzert in der Überwasserkirche

Ellen Beinerts quirlig-heitere Orgelmusik erklingt für Kinder

Münster

Orgelkonzerte klingen oft pompös und schwer – das müssen sie aber nicht. Ellen Beinert bewies am Sonntag in der Überwasserkirche das Gegenteil.

Von Arndt Zinkant

Prof. Ellen Beinert (l.) und Dr. Veronika Jüttemann, Lions-Club-Präsidentin Foto: Arndt Zinkant

Hand aufs Herz: Orgelkonzerte können oft ein gewisse Schwere ausstrahlen; zumal in dieser düsteren Jahreszeit. Universitätskantorin Ellen Beinert ging am Sonntag in der Überwasserkirche einen anderen Weg. Die ausgewählten Orgelstücke verbreiteten eine Leichtigkeit, die man von diesem Instrument nur selten hört.

Das mochte auch dem Anlass geschuldet gewesen sein, denn „Joy and Happiness“ war ein Benefizkonzert, veranstaltet vom Lions-Club Münster Annette von Droste-Hülshoff. Gefördert werden ein im Bau befindlicher Kindergarten der Vorsehungsschwestern in Malawi, die Stiftung Mitmachkinder, welche Kindern in Münster Zugang zu Sport- oder Kulturangeboten ermöglicht, sowie das Projekt „Klasse2000“; es dient der Sucht- und Gewaltprävention in der Grundschule.

Kinder stehen im Fokus

Dass Kinder im Fokus stehen, hörte man der Musikauswahl an. Wann hätte je ein Orgelkonzert so quirlig-melodisch begonnen wie mit der Musik von Ad Wammes? Der 68-jährige Komponist und frühere Rockmusiker, aus dessen „Tryptichon“ Ellen Beinert mehrere Stücke ausgewählt hatte, wuchtet keine Fugen oder Akkordgewitter übereinander, sondern vertraut der melodischen Eingebung. Heiterkeit pur also? Nicht ganz, denn ohne Johann Sebastian Bach geht es nicht. Präludium und Fuge a-Moll BWV 543 hatte Ellen Beinert jedoch nicht auf Bombast und klangliche Überwältigung angelegt. Verblüffend schlank kam Bachs vertrauter Orgelstil daher. Hier war dann auch der erste Zwischenapplaus zu hören.

Zweiter berühmter Name lautet Mozart

Der zweite berühmte Name des Konzerts lautete Mozart – vertreten durch das Adagio aus seinem Klavierkonzert KV 488. Der wehmütige „Siciliano“-Charakter des Satzes machte sich in der Orgelbearbeitung verblüffend gut.

Den Löwenanteil des Programms hatte Ellen Beinert jedoch den unbekannteren Komponisten und der unbeschwerten Eingängigkeit gewidmet. Neben Ad Wammes waren dies Noel Rawthorne (1929-2019) und Mons Leidvin Takle (geb. 1942). Die Dance Suite von Rawthorne schien geradewegs dem Jahrmarkt entsprungen, Aber die im Finale annoncierten „Papillons“ ließ Ellen Beinert mit flirrenden Läufen entschweben. Mons Leidvin Takle hingegen suchte seinen ganz eigenen sakralen Weg, der schlicht aber effektvoll wirkte – „Power of Life“! Da erzitterte die Überwasserkirche am Ende doch noch von Akkordgewittern.

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