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Ferienprogramm in der Gemeinde Thomas Morus

Endlich wieder zusammen spielen

Münster

Im vergangenen Jahr verhagelte die Pandemie die Sommerferienprogramme fast komplett. In diesem Jahr geht schon mehr – zum Beispiel in der Gemeinde Thomas Morus, wo die Leiterin des Kinder.- und Jugendtreffs der Gemeinde gerade täglich 23 Mädchen und Jungen empfängt.

Von Karin Völker

Marina Mayer (l.), Leiterin des Kinder- und Jugendtreffs der Gemeinde Thomas Morus, hat mit weiteren Betreuerinnen und Betreuern ein Ferienprogramm auf die Beine gestellt – und hofft, dass auch danach die Angebote im Haus weiter laufen können. Foto: Karin Völker

Lioba (8) hat ihr Werk am Dienstagvormittag beendet: eine originelle Pinnwand aus auftapeziertem Geschenkpapier und Geschenkband – an sich schon Wandschmuck genug. Wieder eine Idee von Marina Mayer, Diplom-Pädagogin und Leiterin der Kinder- und Jugendarbeit in der katholischen Gemeinde St. Thomas Morus. Die Bastel-Ideen seien ihr während der Corona-Zeit nie ausgegangen, erzählt sie. Monatelang fertigte sie „Bastel-Tüten to go“ mit Anleitung regelmäßig zum Abholen. Jetzt ist sie froh, direkt wieder mit den Kindern zu werkeln und zu spielen.

23 Mädchen und Jungen im Grundschulalter kommen in dieser und der nächsten Woche täglich in den Kinder- und Jugendtreff gleich neben der Kirche im Rumphorstviertel. „Zum Glück kann das Programm stattfinden“, seufzt Marina Mayer – erleichtert, dass die aktuellen Corona-Regeln dies erlauben.

Schwelbrand machte Gebäude unbenutzbar

Im vergangenen Jahr gab es lediglich eine Notveranstaltung mit sehr wenigen Kindern in den Kirchenräumen nebenan. Kurz zuvor hatte – ein Unglück kommt selten allein – ein Schwelbrand das Gebäude des Kinder- und Jugendtreffs, den Marina Mayer seit 2019 aufbauen soll, unbenutzbar gemacht. Inzwischen ist alles renoviert, „eigentlich kann das Programm auch jenseits der Ferien starten“, sagt die Pädagogin, selbst Mutter zweier Kinder. Für Kinder laufen inzwischen wieder Näh- und Schnitzkurse. Für Jugendliche starten im Herbst Kurse in den Trendsportarten „Parcours“ oder Hip-Hop. Außerdem plant Marina Mayer musikalische und künstlerische Angebote, um Jugendlichen und jungen Erwachsenen Freizeitmöglichkeiten zu bieten. „Gerade die Jugendlichen haben in der Pandemie sehr gelitten“, sagt die Pädagogin. Für deren Eltern mitunter schwer zugänglich, habe es für viele Heranwachsende kaum Abwechslung gegeben.

Nachhilfe für Kinder im Grundschulalter

Aber auch für die Kinder sei es schwer genug gewesen, erzählen Lioba und ihre Freundin Sophia, beide bald Drittklässlerinnen. Immerhin haben die beiden nach ihrer Einschulung 2019 vor dem Ausbruch der Pandemie ein halbes Jahr Regelbetrieb in der Schule kennengelernt und wissen: „In der Schule funktioniert das Lernen besser.“ Marina Mayer hat festgestellt, dass sich bei vielen Kindern während der Pandemie erhebliche Lerndefizite aufgebaut hätten. Sie will nun demnächst Nachhilfe für Kinder im Grundschulalter im Kinder- und Jugendtreff organisieren.

Toben in der Turnhalle

Doch vorerst sind Ferien – und da toben die 23 für das Programm angemeldeten Mädchen und Jungen viel durch die Turnhalle der benachbarten Grundschule, spielen oder werkeln mit Marina Mayer und dem sechsköpfigen Betreuer-Team des Ferienprogramms.

So wie in diesen Tagen in vielen Kirchengemeinden und Stadtteilhäusern in Münster. Der große, von der Stadt organisierte Ferienspaß „Atlantis“ im Wienburgpark muss zwar wieder ausfallen – aber viele Träger haben für Ersatz gesorgt.

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