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Energiepreisbremsen

Stadtwerke halten Umsetzung für „nicht machbar“

Münster

Die Energiekrise bringt auch die Versorgungsunternehmen ins Rotieren. Die Bundesregierung hat ihre neuen Pläne zur Energiepreisbremse veröffentlicht. Nun reden die Stadtwerke Münster Klartext.

Die Stadtwerke Münster halten die neuen Vorgaben zur Energiepreisbremse für „nicht machbar“. Foto: Matthias Ahlke

Es war kein guter Moment, als am Dienstagmorgen am Hafenplatz aus Berlin die neuen Nachrichten zum Thema Energiepreisentlastung ankamen. Dass die Gaspreisbremse nun schon rückwirkend ab März für Januar und Februar und auch ab Januar eine Strompreisgrenze gelten soll, „ist für die Stadtwerke eine viel zu kurzfristige Vorgabe“, betont Sprecherin Lisa Schmees.

„Um die Maßnahmen korrekt und rechtssicher für unsere Kunden umzusetzen, brauchen wir das dafür zugrundeliegende Gesetz“, so Schmees – und das werde nach derzeitigem Stand erst Mitte Dezember vorliegen. „Damit hätten die Energieversorger inklusive der Weihnachtsfeiertage noch zwei Wochen Zeit, die Maßnahmen umzusetzen“, erläutert die Stadtwerke-Sprecherin – und lässt durchblicken, dass dies bei Hunderttausenden Verträgen nicht zu leisten sei.

Stadtwerke-Geschäftsführer Sebastian Jurczyk

„Es ist nicht machbar, die Strompreisbremse zum 1. Januar 2023 umzusetzen“, redet auch Stadtwerke-Geschäftsführer Sebastian Jurczyk Klartext Richtung Bundesregierung. Dasselbe gelte auch für die Preisdeckelung bei Gas und Fernwärme, ergänzt Schmees.

Neben der Vielzahl unterschiedlicher Tarife der Verträge stelle die Stadtwerke das rollierende Abrechnungssystem vor Probleme. Es bleibe unklar, wie mit den Kunden umzugehen sei, die ihre jährliche Energieabrechnung im Januar oder Februar erhielten. „Die Berechnung der Ermäßigung sei „extrem komplex“.

Beim Inkrafttreten ab März wäre noch mehr Zeit geblieben

Bei der zunächst für den Zeitraum ab März 2023 beschlossenen Deckelung hätten die Stadtwerke noch mehr Zeit für die Umstellung gehabt. Herausfordernd, aber machbar, hatte es dazu bei den Stadtwerkern vor Wochen geheißen.

Wenig problematisch hingegen sei die Umsetzung der Übernahme des Dezember-Abschlages für die Wärmekosten durch den Bund, so Schmees. „Die Stadtwerke Münster verzichten im Dezember darauf, den Abschlag für Erdgas und Wärme einzuziehen.“

Wer über den jeweiligen Vermieter die Heizkosten zahle, müsse bei den Nebenkosten entlastet werden.

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