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Erasmus-Projekt für Studierende im Gesundheitsmanagement

Europäische Sicht aufs Sterben

Münster

Warum ist der Tod so oft ein Tabuthema? Unter anderem mit dieser Frage hat sich Student Jonas Weichert in diesem Semester intensiv beschäftigt. Und das auch über die Landesgrenzen hinaus im Austausch mit anderen Studierenden.

Von und

Jonas Weichert Foto: FH

Kompetenzen für die Begleitung des Sterbeprozesses – damit hat sich Jonas Weichert in diesem Semester intensiv beschäftigt. Und das in Theorie und Praxis und über Landesgrenzen hinweg: Der 26-Jährige studiert Pflege- und Gesundheitsmanagement an der FH Münster und gehörte zum studentischen Team des Fachbereichs Gesundheit, das sich mit rumänischen, estnischen und holländischen Studierenden aus gleichen Fachrichtungen in Rumänien getroffen hat, berichtet die FH Münster.

„Die internationale Ausrichtung hat es besonders spannend gemacht. Gerade beim Thema Death Literacy haben wir erfahren, wie unterschiedlich die Ansätze sind, übers Sterben nachzudenken – was für unsere spätere Praxis in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen von Bedeutung ist“, berichtet der gelernte Krankenpfleger und Bachelorstudent im zweiten Semester. „Die Unterschiede sowohl aufgrund ländertypischer Traditionen als auch individueller Sichtweisen sind sehr groß. Wir haben die Aspekte diskutiert, warum der Tod oft ein Tabuthema ist oder was lebensverlängernde Maßnahmen für die Patienten einerseits und für die Angehörigen andererseits bedeuten“, sagt Weichert. „Vor allem aber haben wir uns damit auseinandergesetzt, wie wir darüber in unseren zukünftigen Berufsfeldern gern kommunizieren würden.“

Ideen für die Praxis entwickelt

Möglich wurde der Austausch durch das EU-Programm „Erasmus+“, das mit dem Blended Intensive Programme (BIP) innovative Lern- und Lehrmethoden fördert. Dabei geht es darum, in kurzen, konzentrierten Curricula gemeinsam mit internationalen Teams und in Online-Formaten zu studieren. „Per Video haben wir uns zur theoretischen Vorbereitung auf die Themen und den Auslandaufenthalt mehrmals getroffen, und auch die Nachbereitung lief online“, beschreibt Weichert das Prozedere. „Anschließend waren wir im rumänischen Bacău und haben die Themen praxisnah vertieft.“ Alles lief auf Englisch: die Vorträge der Dozenten und Studierenden und die Arbeit in den Kleingruppen, in denen die Teams Ideen für die Praxis entwickelt haben – wie etwa für Werbespots, Interviews, Podcasts.

Öffentliche Tagung

Dass die 25 Studierenden aus den vier Ländern persönlich zusammengekommen sind, sei ein großes Plus gewesen. „So konnten sie die Themen viel tief gehender miteinander diskutieren sowie Gemeinsamkeiten feststellen und Unterschiede verstehen“, sagt Dr. Jette Lange, Nachwuchsprofessorin am Fachbereich Gesundheit und diesjährige Leiterin des Programms auf deutscher Seite.

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