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Münster im ÖPNV-Kundenbarometer auf Platz 1

Fahrgäste vergeben die Bestnote

Münster

Beim bundesweiten Kundenbarometer zur Zufriedenheit mit Bus und Bahn haben die Stadtwerke Münster den Spitzenplatz belegt. Künftig soll der Öffentliche Personennahverkehr in der Stadt noch weiter gestärkt werden.

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Am Stau vorbeifahren: Zusätzliche Busspuren und Ampelbevorrechtigungen sind nötig, um die durchschnittliche Geschwindigkeit der Busse wieder zu erhöhen. Foto: Peter Lehmann/Stadtwerke Münster

Die bundesweit zufriedensten Fahrgäste fahren mit den Stadtwerken Münster: das ist das Ergebnis der repräsentativen Studie „ÖPNV-Kundenbarometer“.

Im wichtigsten abgefragten Merkmal, der Globalzufriedenheit mit Bus und Bahn in der jeweiligen Stadt, liegt Münster – gleichauf mit Dresden – auf dem Spitzenplatz. Auch bei den weiteren 33 Merkmalen erreichen die Stadtwerke zwölf Mal einen der ersten drei Plätze, berichten sie in einer Pressemitteilung.

„Wir freuen uns sehr über die Bestnote in Sachen Kundenzufriedenheit. Unser Ziel ist es, den ÖPNV weiter zu stärken. Das gelingt am einfachsten, wenn die Fahrgäste zufrieden sind. Nicht von ungefähr steigen die Fahrgastzahlen in Münster jedes Jahr weiter an. Gleichzeitig sind die detaillierten Ergebnisse für uns aber auch Arbeitsauftrag, uns in Bereichen zu verbessern, in denen wir nicht vorne mit dabei sind“, erklärt Dr. Henning Müller-Tengelmann, kaufmännischer Geschäftsführer der Stadtwerke.

Goldmedaille für Umweltfreundlichkeit und Personal

Über 80 Prozent der befragten Fahrgäste würden Fahrten mit den Bussen in Münster weiterempfehlen. „Dabei gehören junge Menschen unter 29 Jahren zu den zufriedensten Fahrgästen. Wenn diese dem öffentlichen Nahverkehr auch auf Dauer treu bleiben, ist das langfristig ein wichtiger Schritt hin zu weniger Autos auf der Straße“, so Dr. Müller-Tengelmann.

Besonders gut bewertet werden die Aktivitäten der Stadtwerke, den ÖPNV in Münster umweltfreundlich zu gestalten. Dafür setzen sie nicht nur moderne Diesel-, sondern seit 2015 auch Elektrobusse ein, die emissionsfrei unterwegs sind. In diesem Jahr vergrößern die Stadtwerke ihre E-Bus-Flotte weiter, sie investieren in sieben neue Fahrzeuge. „Damit gehen wir den nächsten Schritt in Sachen E-Mobilität im Nahverkehr. Unser ambitioniertes Ziel ist es, dass bis 2030 insgesamt 100 E-Busse in Münster fahren“, sagt Dr. Dirk Wernicke, technischer Geschäftsführer der Stadtwerke.

Dr. Dirk Wernicke, technischer Geschäftsführer der Stadtwerke

Besonders freuen sich Dr. Müller-Tengelmann und Dr. Wernicke über den ersten Platz bei der Freundlichkeit des Personals. „Unsere Busfahrer sowie die Mitarbeiter in den Kundencentern sind das freundliche Gesicht unseres Unternehmens. Das gilt auch für alle, die die Fahrgäste während des Katholikentages direkt an den Haltestellen informiert haben. Die Goldmedaille ist zugleich Bestätigung und Motivation für alle Kolleginnen und Kollegen, die sich jeden Tag und bei jedem Wetter für die Fahrgäste einsetzen“, so die beiden Geschäftsführer.

Positive und negative Ergebnisse werden betrachtet

Besonderes Augenmerk haben die Stadtwerke in diesem Jahr auf das Liniennetz gelegt. Nach dem großen Fahrplanwechsel vor zwei Jahren haben sich für viele Fahrgäste Linien und Strecken geändert. „Wir sehen an den Ergebnissen in diesem Jahr, dass die Änderungen von den Fahrgästen angenommen werden und wir gerade in der Bewertung des Liniennetzes zulegen konnten“, erklärt Reinhard Schulte, Leiter Nahverkehrsmanagement.

Dennoch sind nicht alle Ergebnisse positiv. So zeigt das Kundenbarometer, dass die Busse zu langsam sind. Dieser Punkt deckt sich mit den Resultaten aus den vergangenen Jahren. Um die Busse zu beschleunigen, haben die Stadtwerke bereits an vielen Stellschrauben gedreht, die sie selbst beeinflussen können. Das 90-Minuten-Ticket – bei den Fahrgästen aufgrund des günstigen Preises und der einfachen Benutzung außerordentlich beliebt – verringert Ticketverkäufe beim Fahrer und spart so an jeder Haltestelle Zeit ein. Neue Busse mit vier Türen beschleunigen das Ein- und Aussteigen. Trotzdem sinkt die durchschnittliche Geschwindigkeit der Busse.

Kundenbarometer

Das ÖPNV-Kundenbarometer wird seit 1999 jährlich vom renommierten Marktforschungsinstitut Kantar TNS aus München durchgeführt. Bundesweit wurden 24.000 repräsentativ ausgewählte Personen ab 16 Jahren befragt, die im vergangenen Jahr mindestens einmal den ÖPNV genutzt haben.In Münster wurden im Zeitraum 1. März bis 7. Juni 2018 insgesamt 500 Personen telefonisch und online befragt. Die Stadtwerke nehmen seit Beginn des Kundenbarometers teil und belegten in 20 Jahren elf Mal den ersten, einmal den zweiten und drei Mal den dritten Platz.Im wichtigsten Punkt der Befragung, der Globalzufriedenheit, erzielen die Stadtwerke einen sehr guten Wert von 2,28 und liegen damit gleichauf mit den Dresdner Verkehrsbetrieben auf dem ersten Platz. Der bundesweit ermittelte Durchschnitt liegt bei 2,88. An der Detailauswertung haben sich 35 Verkehrsunternehmen und fünf Verbünde beteiligt.

„Die Verkehrssituation in Münster ist inzwischen so angespannt, dass wir regelmäßig die Fahrzeiten verlängern müssen, um den Fahrplan einhalten zu können. Dadurch sind die Fahrgäste nicht nur länger unterwegs, es führt auch zu höheren Kosten“, erklärt Dr. Henning Müller-Tengelmann. „Der einzige Ausweg aus diesem Dilemma sind echte Beschleunigungsmaßnahmen für die Busse durch Bevorrechtigung an möglichst vielen Ampeln sowie zusätzliche Busspuren. Wer den ÖPNV stärken möchte, muss dieses Thema schleunigst angehen.“ Insbesondere bei neuen Busspuren sieht Dr. Müller-Tengelmann nicht nur einen Vorteil für die Busse: „An vielen Stellen sind auch Umweltspuren denkbar, auf denen Busse und Radfahrer gemeinsam unterwegs sind. So profitieren die beiden umweltfreundlichsten Verkehrsmittel.“

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