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Nick Mason, Mitgründer von Pink Floyd, gastierte mit seiner Band in der Halle Münsterland

Feine Party für das reifere Publikum

Münster

Seit vier Jahren macht Nick Mason, Mitgründer von Pink Floyd, sein eigenes Ding und tourt mit „Nick Mason’s Saucerful of Secrets“ durch die Lande. Am Mittwochabend machte er in der Halle Münsterland Station. Ein Konzert mit Nostalgie-Effekt, aber auch vielen neuen Stücken.

Von Michael Schulte

Nick Mason und seine Band präsentierten Stücke aus alter und neuer Zeit. Foto: Jürgen Christ

Nick Mason ist einer der vier Gründungsmitglieder der Pink Floyd. Und der Schlagzeuger darf für sich in Anspruch nehmen, dass er als einziger von den Anfängen 1965 bis zur Auflösung 2015 bei allen Aufnahmen und Tourneen dabei war. Er war der Mann im Hintergrund und gilt bis heute neben Tastenmann Richard Wright (verstorben 2008) als der zugänglichste Typ in einer permanent zerstrittenen Band. Seit vier Jahren macht Mason sein eigenes Ding und tourt mit Nick Mason’s Saucerful of Secrets durch die Lande. Am Mittwochabend machte er in der Halle Münsterland Station.

Das Publikum verkörperte eine bessere Ü-60-Party, wenngleich es manche Jungspunde gab, die in Pink­Floyd-T-Shirts (vermutlich der Eltern) verzweifelt den Altersdurchschnitt zu senken versuchten. Fast alle einte die Erinnerung an eine großartige Rockband, die zeitlebens ihrer Zeit musikalisch voraus war. Wer sich aber erhoffte, ausschließlich die Superhits von einst noch einmal zelebriert zu bekommen, der musste sich eines Besseren belehren lassen. Denn Mason legte großen Wert darauf, gemeinsam mit seinen vier

Große Verbeugung vor seinem Publikum und Münster: Nick Mason in der Halle Münsterland. Foto: Jürgen Christ

herausragenden Mitstreitern einen Streifzug durch die musikalische Bandbreite der Band zu unternehmen und weckte so manch alten Song wieder auf. Mit der Reminiszenz an das Gründungsmitglied Syd Barrett ging es los, ein Viererpack mit Barrett-Songs bedeutete die Rückkehr in die 60er Jahre. Für Mason war das wichtig. „Denn ohne Syd Barrett hätte es uns nie gegeben.“ Dass der Gitarrist und Sänger die Gruppe bereits 1968 wieder verlassen hat, bedauert Mason heute noch. Sein „Vegetable Man“ wurde nie richtig vollendet, ist nirgends erschienen und wurde auch von Pink Floyd nicht auf die Bühne gebracht. „Auch später nicht von David Gilmour, nicht von Roger Waters, nicht von Australian Pink Floyd, Norwegian Pink Floyd oder Münster Pink Floyd – nur von uns“, kündigte Mason die Premiere des Abends besonders stolz an.

Arnold Lane (als zweites Stück) und See Emiliy Play (eine der drei Zugaben) waren 1967 Hits, wenngleich sie einen schweren Stand hatten. Denn die BBC hatte so manchen Pink-Floyd-Song auf dem Index und spielte ihn einfach nicht. „Jetzt seid ihr ja alt genug dafür“, schmunzelte Mason, der sich noch gut an seinen ersten Auftritt 1971 in Münster erinnern konnte. Und das aus drei Gründen. „Wegen der schönen Halle, weil wir unsere Noten für Atom Heart Mother vergessen hatten und weil wir für ein wunderbares Publikum gespielt haben.“

Nick Mason und seine Band in der Halle Münsterland Foto: Jürgen Christ

Letzteres konnte er auch am Mittwochabend genießen, denn die Floyd-Fans von einst waren Mason-Fans von heute. 21 Songs wurden ihnen serviert, die sie allesamt begeistert aufnahmen. Mit dem Bassisten Guy Pratt (früher acht Jahre bei Pink Floyd), den Gitarristen Gary Kemp und Lee Harris sowie „King of Keyboards“ Dom Beken hatte sich Mason 2018 eine Truppe zusammengestellt, die musikalisch voll überzeugte. Vor allem bei „Set the Controls for the Heart­ oft he Sun“, bei ­„Echoes“­ und am Ende bei „A Saucerful of Secrets“ konnten sich die Herrschaften so richtig austoben, ließen nichts aus, gaben alles. Das Publikum hat es sehr genossen – genauso wie 1971.

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