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„Pop up“-Ausstellung in der Volksbank mit junger Kunst aus Münster

Fenster – Brüche – Rechnerwelten

Münster

Die junge Kunst aus Münster an zentralem Ort: In den großzügigen Räumen der Volksbank sind aktuelle Arbeiten zu sehen, die zeigen, was Künstler derzeit beschäftigt.

Von Gerhard H. Kock

Die Volksbank Münster lädt in die Voßgasse zu einer "Pop up"-Ausstellung (v.l.): Thomas Jakoby (Vorstandsmitglied der Volksbank Münsterland-Nord), Judith Kaminski (Kuratorin) und Lorena Glatz (Volksbank Münsterland-Nord) Foto: Gerhard H. Kock

Ein Computer ist nicht anwesend. Aber spürbar. Der Rechner mit seinen Fähigkeiten von der Bildgebung bis zur Künstlichen Intelligenz (KI) kann eine Ma­trix für jene Arbeiten sein, die derzeit direkt gegenüber vom Theater zu sehen sind. Zum zweiten Mal findet in den Räumlichkeiten der Volksbank Münsterland Nord die Ausstellung „Pop up“ statt. 14 Künstlerinnen und Künstler aus dem Umfeld der Kunstakademie Münster stellen ihre Malerei, Keramik, Fotografie und Objektkunst aus. Zum Abschluss werden ausgewählte Werke für die Kinderkrebshilfe versteigert.

Der Computer steht für Perfektion, Bilderflut und künstliche Ästhetik. Judith Kaminski (zugleich Kuratorin der Ausstellung) nimmt dies gleichsam als Fundus und malt mit Elementen aus der Rechnerwelt wie Raster, Photoshop-Styles, 3D-Effekte ihre Motive – hier Wildblumen. Überlagernde Fenster sind Windows-Nutzern bekannt. Salomé Berger übermalt ihr Bild komplett mit einem weiteren Bild und legt das erste stellenweise wieder frei. Realistische Landschaften werden von abstrakten Landschaftsmustern überlagert oder unterlegt.

Wie einen Steinbruch nutzt Valentino Magnolo das Netz, klaubt Bilder antiker Skulpturen heraus, bügelt sie optisch glatt, zerschneidet sie, fügt sie mosaikartig zusammen, drückt das Bild durch das Raster des Siebs.

David Rauer bricht komplett mit dem Computer. Seine organischen Keramik-Skulpturen sind schräg, charmant, menschlich irgendwie. Einer seiner „Emos“ scheint wie aus einer Abraumhalde emporgewachsen zu sein.

Gebrochene Illusionen

Fabian Coppenrath bringt stellenweise Fotorealismus auf die Leinwand und bricht diese Illusion. Sein Motiv gibt ihm der Alltagszufall: In einem Glas auf einem Spiegel hat er eine Wespe gefangen; der asiatischen Teekanne aus halbindustrieller Produktion mit nachkoloriertem Dekor schenkt er Würde, indem er das Motiv kunstvoll in Szene setzt.

Anrührendes in Beton – Tobias Doerr hat Löcher in seine Heimaterde gebohrt, mit Beton gefüllt und diese rohen Kerne an edle Ständer für Musikinstrumente montiert.

Des weiteren sind Arbeiten von Matthias Lars Anders, Javkhlan Ariunbold, Maike Denker, Adrian Ferdinand Charlotte Hilbolt, Sandra Pulina, Isabel Schober und Meike Schulze Hobeling zu sehen.

Die Vernissage ist am Mittwoch (12. Oktober) ab 18 Uhr in der „Pop up“-Galerie, Voßgasse. Öffnungszeiten bis zum 30. Oktober: dienstags bis freitags von 17 bis 20 Uhr sowie samstags und sonntags von 12 bis 15 Uhr. Zum Abschluss werden am 2. November ausgewählte Werke im Rahmen einer Auktion für einen guten Zweck versteigert – Anmeldung: vb-event.de/JKMA

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