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„Summer School“ an Bischöflichen Schulen

Ferienzeit war auch Lernzeit

Münster

Freiwillig die Schulbank drücken in den Ferien: An zwei Bischöflichen Schulen haben Schülerinnen und Schüler eine „Summer School“ besucht. Mit einem ganz bestimmten Ziel.

Von Pjer Biederstädt

In kleinen Lerngruppen wiederholen rund 140 Friedensschülerinnen und -schüler bei der „Summer School“ Unterrichtsstoff, den sie pandemiebedingt verpasst haben. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ladermann

In die Bischöfliche Friedensschule ist seit Anfang dieser Woche wieder Leben eingekehrt – und das, obwohl das Schuljahr erst in einigen Tagen wieder beginnt. 140 Schülerinnen und Schüler besuchten in der letzten Ferienwoche die „FSM Summer School“, ein Förderprojekt, das zu 80 Prozent von der Landesregierung Nordrhein-Westfalen und zu 20 Prozent vom Bistum Münster als Schulträger finanziert wird. Auch der Förderverein der Friedensschule beteiligte sich, teilte die Schule mit. Mit dem Lernangebot in den Ferien sollten Defizite ausgeglichen werden, die durch den Unterrichtsausfall und das Distanzlernen während der Corona-Pandemie entstanden sind.

Auch in der Bischöflichen Marienschule drückten diese Woche 32 Schülerinnen freiwillig die Schulbank. 14 Lehrerinnen und Lehrer boten Förderunterricht in den Fächern Mathematik, Englisch, Französisch und Latein für Schülerinnen der Klassen 7 bis 9 an. Das Angebot war freiwillig und richtete sich an Schülerinnen, die bedingt durch Schulschließungen, Wechsel- und Distanzunterricht in dem einen oder anderen Hauptfach größere Rückstände haben, teilte die Schule mit. In der „Summer School“ wurden sie jeden Tag zwei Schulstunden lang in Kleingruppen von maximal acht Schülerinnen besonders gefördert.

Zurück in den Freundeskreis

Ähnliche Angebote zum Aufholen von Lernstoff hatte es an den städtischen Schulen sowohl in den Herbstferien 2020 sowie in den Osterferien 2021 gegeben – nicht aber in den laufenden Sommerferien. Im Vorfeld der Ferien sei die Organisation weiterer Extra-Lernzeiten mit der unteren Schulaufsicht und Vertretern von Schulleitungen erneut diskutiert worden, teilt die Stadt auf Anfrage dazu mit. Es sei einhellige Meinung gewesen, dass die Sommerferien nach den belastenden Phasen und Wechseln zwischen Distanz-, Wechsel- und Präsenzunterricht Ferien bleiben sollten und den Kindern und Jugendlichen die Chance gelassen werden sollte, in ihren Freundeskreisen soziale Kontakte wieder aufleben zu lassen. Die Stadt hatte aber außerschulische Ferienangebote zur Verfügung gestellt.

Zurück zur Friedensschule: Schulleiter Ulrich Bertram freute sich, dass das Projekt so gut angenommen wurde: „Es haben sich spontan 140 Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 5 bis zur Oberstufe gemeldet, die Unterrichtsstoff begleitet wiederholen möchten.“ Insgesamt standen 40 Lehrkräfte zur Verfügung, die die 13 Gruppen mit jeweils elf Schülern betreuten. Neben Lehrern und Referendaren hatten sich auch Oberstufenschüler und Studierende gemeldet, die täglich von 9 bis 13 Uhr die Lerngruppen leiteten.

Zwei Tage Ferien bleiben

Zum Beispiel Jonas Huesmann. Der 18-Jährige wiederholte mit den jüngeren Schülern Prozentrechnung und Dreisatz. Nach dem Mittagessen blieben die Hefte jedoch zugeklappt. Von 14 bis 16 Uhr powerten sich die Kinder bei einem Spiel- und Sportprogramm aus.

Nach der „Summer School“ bleiben zwei Tage Ferien, bevor am Mittwoch der reguläre Schulbetrieb beginnt.

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