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Einsatzmedaille des Landes NRW für Mitglieder der Feuerwehr

Schnelle Hilfe für Flutopfer

Münster

Mitglieder der Berufsfeuerwehr sowie verschiedener Löschzüge haben von Stadtrat Wolfgang Heuer die Feuerwehr- und Katastrophenschutz-Einsatzmedaille des Landes NRW überreicht bekommen. Sie hatten Hilfe nach der Flutkatastrophe im Ahrtal geleistet.

Von Helmut P. Etzkorn

Stellvertretend für alle versammelten Helfer überreichten Feuerwehrchef Gottfried Wingler-Scholz (links) und Stadtrat Wolfgang Heuer (rechts) die Orden an Simone Rahms und Martin Böckers. Foto: hpe

Sie haben nach der Flut an der Ahr und im Großraum Aachen unzählige Keller ausgepumpt, zertrümmerte Autos von den Straßen geräumt, schwimmende Öltanks gesichert, in einsturzgefährdeten Häusern Hilfe geleistet und nicht zuletzt den Opfern im tröstenden Gespräch zur Seite gestanden: 48 Mitglieder der Berufsfeuerwehr sowie der Löschzüge Kinderhaus, Geist und Häger-Uhlenbrock bekamen jetzt von Stadtrat Wolfgang Heuer die Feuerwehr- und Katastrophenschutz-Einsatzmedaille des Landes NRW überreicht.

In der Bürgerhalle des Rathauses erinnerte Heuer, dessen Elternhaus im besonders zerstörten Bad Neuenahr-Ahrweiler steht, an die unvorstellbaren Wassermassen, die am 14. Juli dort viele Dörfer und Städte zerstörten. Fast 200 Menschen verloren damals ihr Leben.

Große Dankbarkeit bei Betroffenen

Heuer: „Die Dimension der Flut war ungeheuerlich. Die Feuerwehr Münster war neun Tage lang wie viele andere auch schnell vor Ort und ein Teil der Hoffnung bei den Betroffenen auf rettende und helfende Hände.“

Münsters Feuerwehr-Chef Gottfried Wingler-Scholz: „Unsere Einsatzkräfte konnten etwas heilen und lindern. Die Dankbarkeit der Menschen vor Ort haben das schnelle Handeln der Feuerwehr Münster bestätigt. Die Gedanken sind noch immer bei unseren Kameraden, die damals in der Flut während des Einsatzes ihr Leben verloren haben.“ Für sie gab es eine Minute der Stille im Rathaus.

Heuer kritisiert Versagen der Führungsebenen

Heuer kritisierte offen das offensichtliche Versagen der Führungsebenen beim Krisenmanagement. „Viele Menschen wären nicht gestorben, hätte man sie rechtzeitig gewarnt“, so Heuer. Staatliche Kräfte müssten künftig bei solchen Großschadenslagen besser koordiniert werden. Stäbe müssten aufgebaut werden, die dann Helfer gezielt einsetzen könnten. Künftig müsse der Bund auf solche Ausnahmesituationen „mit der vollen Wucht seiner Möglichkeiten regieren können“, so Heuer.

Den Wehrleuten aus der Region zollte der Stadtrat Respekt und Dank. Heuer: „Sie haben angepackt und geholfen, als tausende Menschen die wohl schlimmsten Stunden ihres Lebens erlebt haben. Als Häuser weggespült, Straßen und Brücken zerstört und Existenzen vernichtet wurden.“

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