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Tierversuchsgegner protestieren auf dem Prinzipalmarkt

„Friedhof der Versuchstiere“ in der Stadt

Münster

Unter anderem protestierten auch Ärzte am Wochenende auf dem Prinzipalmarkt gegen Tierversuche. Symbolisch wurden 2000 Stofftiere ausgelegt.

Von Klaus Möllers

Vor den Treppen des Rathauses wurde ein „Friedhof der Versuchstiere“ angelegt. Foto: klm

Um auf das Leid von Tieren aufmerksam zu machen, die bei Versuchen für medizinische und andere wissenschaftliche Zwecke als Testobjekte eingesetzt werden, haben das Bündnis gegen Tierversuche aus Münster und der Verein Ärzte gegen Tierversuche am Samstag auf dem Prinzipalmarkt einen symbolischen Tierfriedhof angelegt.

Vor den Treppen des Rathauses wurden 2000 Stofftiere ausgelegt. „Die Zahl 2000 steht für die rund 2000 Affen, die jährlich im Versuchslabor der Firma Covance in Münster in Versuchen für medizinische Forschung misshandelt und dann getötet werden“, sagte Astrid Beckmann als Sprecherin des Vereins Ärzte gegen Tierversuche.

Ärzte und Naturwissenschaftler aktiv

Ob die genannte Zahl aktuell tatsächlich stimmt – und dies galt auch für weitere genannte – war für die Passanten, die man erreichen wollte, nicht überprüfbar. In dem in Köln angesiedelten Verein sind nach eigenen Angaben viele Ärzte, Naturwissenschaftler und Psychologen aktiv.

Beckmann und Bernd Bünker vom Bündnis gegen Tierversuche, in dem Tier- rechts- und Tierschutzgruppen zusammengeschlossen sind, nannten die Uni Münster als weiteren Verursacher „unnötigen Tierleids“. Laut Bünker würden in der zentralen tierexperimentellen Einrichtung sowie in den Fachbereichen Biologie und Physiologie und in der Biomedizin „qualvolle Tests“ an „Affen, Ratten Mäusen, Kaninchen“ und weiteren Tieren durchgeführt und die Tiere in der Regel getötet. Beckmann bezifferte die Zahl für das Jahr 2020 auf insgesamt über 41.000.

Tiere sind „leidensfähige Wesen“

Als Kritik daran wurden zum einen ethische Gründe genannt – Tiere seien „empfindende und leidensfähige Wesen“, so Beckmann. Aus wissenschaftlicher Sicht seien die meisten Tests zudem unnötig, hieß es: „95 Prozent aller Medikamente, die erfolgreich am Tier erprobt wurden, scheitern in den späteren klinischen Phasen am Menschen.“ Es gebe Methoden der Forschung, in denen auf Tierversuche ganz verzichtet werden könne, sagte sie.

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