1. www.muensterschezeitung.de
  2. >
  3. Lokales
  4. >
  5. Muenster
  6. >
  7. Für das Gebäude 32 reicht es schon

  8. >

Heerde-Kolleg: Sanierung verteuert sich

Für das Gebäude 32 reicht es schon

Münster

Die Sanierung des Heerde-Kollegs wird teurer. Der Investitionskorridor liege bei zehn bis zwölf Millionen Euro, teilte die Stadt im Kulturausschuss mit. Zunächst waren sechs Millionen Euro veranschlagt. Das Kolleg soll zu einem Produktionsort für Kunst und Kultur entwickelt werden.

Von Gerhard H. Kock

Der Hoppengarten ist für Künstler und Freie Theaterszene ein existenziell wichtiger Arbeitsplatz. Die Gebäude sollen saniert werden – in mehreren Abschnitten. Foto: ah

In einem Punkt sind sich Verwaltung, Politik und Betroffene einig: Der Hoppengarten muss und soll saniert werden. Und zwar schnell. Doch daraus wird zum größeren Teil vorerst nichts. Immerhin ein kleiner Teil geht schon mal voran. Gründe für die Verzögerung und die Aufteilung der Renovierung sind die Kosten.

Der Kulturausschuss hatte 2018 sechs Millionen für Sanierung und Umbau bereitgestellt. In der jüngsten Sitzung wurde den Politikern nun eine Vorlage präsentiert, in dem von einem „Investitionskorridor von zehn bis zwölf Millionen“ die Rede ist. Als Ursache wird die Hochkonjunktur in der Bauwirtschaft genannt, Verknappung und Verteuerung selbst herkömmlicher Baustoffe.

Einzigartiges Nachwuchsförderprogramm

Das von Harald Deilmann Anfang der 60er Jahre erbaute „Collegium Heerde“ soll nicht nur als „architektonisch wertvolles Gebäude“ erhalten, sondern zu einem Produktionsort für Kunst und Kultur entwickelt werden: Probenräume, Produktionsbüros sowie Gästewohnungen für das renommierte Theater Pumpenhaus, Erhalt der Ateliers für die Freie Szene und Arbeitsräume für freischaffende Künstler und Kulturschaffende sowie Räume für die Stipendiaten im Rahmen des Stipendienprogramms „Residence NRW+“. (Parallel soll eine Kita errichtet werden).

Die Wichtigkeit all dieser Vorhaben ist unstrittig, ein Projekt hat aber eine besondere Dringlichkeit: das Gebäude 32. Dort soll Raum für „Residence NRW+“ geschaffen werden, das einzigartigen Nachwuchsförderprogramms für bildende Künstler. Denn hier stehen Förderer schon (oder noch) mit jährlichen Förderzusagen in den Startlöchern: das NRW-Kulturministerium (77 000 Euro), die Kunststiftung NRW (50 000 Euro), die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia (17 500 Euro). Die Stadt wird 40 000 Euro pro Jahr zahlen. Mit dieser Förderung will sich Münster mit seiner Kunstakademie, Kunsthalle, seiner reichhaltigen Kunstszene (Atelierspeicher sowie Ateliergemeinschaften Hawerkamp, Hoppengarten, Schulstraße) profilieren. Prof. Dr. Thomas Sternberg (CDU): „Das ist eine Riesenchance für den Kunststandort Münster.“

Renovierung kostet 1,1 Millionen Euro

Die Renovierung des Gebäudes 32 ist mit 1,1 Millionen Euro veranschlagt. Auf Nachfrage des Ausschusses gab die Verwaltung bekannt, dass mit der Fertigstellung des Residenzortes Anfang 2023 gerechnet werde. Die Fertigstellung der gesamten Maßnahme könnte 2026 sein, hieß es.

Dr. Petra Dieckmann (Grüne) bedauerte, „dass nicht alles sofort realisiert werden kann“. Dr. Dietmar Erber (CDU) konstatierte: „Wir freuen uns, dass es vorwärts geht.“ Marius Herwig (SPD) machte in optimistischer Vorfreude „auf die Vorlage im Herbst, in der wir dann den Rest beschließen“.

Startseite