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Doppelgänger der Kino-Legende

Für Klaus Löffler lebt Bud Spencer weiter

Münster

Seit 22 Jahren ist Klaus Löffler als Double der Kino-Legende Bud Spencer unterwegs. An diesem Freitag wird er im münsterischen Club „Gazelle“ zu Gast sein.

Martin Kalitschke

Bud-Spencer-Double Klaus Löffler (r.) mit dem Original. Seit 22 Jahren tritt der Heidelberger als Doppelgänger der Kino-Legende auf. Foto: Klaus Löffler/Facebook

Am Tag, als Bud Spencer starb, brach für Klaus Löffler eine Welt zusammen. „Als ich erfuhr, dass er gestorben ist, zog es mir den Boden unter den Füßen weg“, sagt der 63-Jährige. Ja, und natürlich habe er auch geweint.

Klaus Löffler und Bud Spencer, das ist eine ganz besondere Beziehung. Löffler sieht dem legendären Schauspieler so unfassbar ähnlich, dass er sich vor 22 Jahren entschied, fortan als Bud-Spencer-Double durch die Welt zu reisen. Wo er auftauchte, baten ihn die Menschen um Autogramme, weil sie ihn für den echten Bud Spencer hielten. Das ist seit dem 27. Juni vorbei, doch Klaus Löffler will weiterhin als Bud Spencer auftreten. „Ich werde immer Bud Spencer sein“, sagt Löffler – allerdings nur, wenn er ganz bewusst in dessen Rolle schlüpft. Davor und danach – da sei er Klaus Löffler.

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Löffler stammt aus Heidelberg, was man ihm deutlich anhört. Er spricht einen gemütlichen süddeutschen Dialekt – zumindest der hat nichts mit dem gebürtigen Italiener Bud Spencer zu tun. Optisch ist die Ähnlichkeit umso frappierender. So frappierend, dass ihn seine Frau vor 22 Jahren bei einem RTL-Doppelgänger-Wettbewerb anmeldete. Löffler wurde umgehend für TV-Spots gebucht, die CD, für die er warb, verkaufte sich nach seinen Angaben innerhalb von 14 Tagen 250  000 Mal. Seitdem ist er von Beruf Doppelgänger. Er tritt bei Geburtstagen auf, bei Hochzeiten, bei Geschäftseröffnungen. Am Freitag wird er zum Beispiel im Club Gazelle in Münster zu Gast sein.

„Mittlerweile haben sich bestimmt schon 20 000 Leute mit mir fotografieren lassen“, erzählt der 63-Jährige, der inzwischen auch in kleineren TV-Produktionen mitgespielt hat.

2011 dann der große Moment: Zum ersten Mal traf das Double auf das Original, in Schwäbisch-Gmünd, bei einem Rathaus-Empfang. „Er stieg aus dem Auto, sah mich, tat so, als ob er mir einen Schlag auf die Wange geben würde – dann hakte er sich bei mir ein und ging ins Rathaus.“ Das Foto zählt heute zu Löfflers Lieblingsaufnahmen von Bud Spencer und ihm.

Danach begegneten sich die beiden noch einige weitere Male. Löffler spricht von Spencer in den höchsten Tönen. „Er war ein Haudegen, hatte nie Skandale, zugleich war er ein liebenswerter Mensch, für ihn war jeder Mensch gleich, er war immer für die Familie da“, zählt er auf.

„Du bist doch gestorben“, habe er in den Tagen nach Spencers Tod gehört. Nein, sagt Löffler, Spencer wird für ihn weiterleben – dazu wolle er selbst beitragen, indem er die Erinnerung an den Schauspieler wach halte. Im vergangenen Jahr machte er das nach eigenen Angaben auf 240 Veranstaltungen. „Ich sitze fast ständig im Zug“, sagt er – selbst dort wollten immer wieder Menschen Fotos mit ihm machen. Auch nach Bud Spencers Tod. „Ich könnte so viele tolle Geschichten erzählen“, sagt Löffler. Von der Hochzeit, wo er als Überraschung die Ringe übergab. Von all den Menschen, die ihn umarmten. „Vielleicht schreibe ich ja mal ein Buch.“

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Am Freitag (12. August) kommt Löffler in den Club „Gazelle“, Servatiiplatz 1. Ab 22 Uhr wird er an der Tür stehen, Gäste begrüßen, sich mit ihnen fotografieren lassen.

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