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G7-Treffen

Diese Außenministerinnen und Außenminister kommen nach Münster

Münster

Anfang November treffen sich in Münster die Außenministerinnen und Außenminister der G7-Staaten in Münster. Doch wer sind die Männer und Frauen, die dann im Historischen Rathaus zusammenkommen?

Von Claudia Kramer-Santel, Dorle Neumann, Martin Ellerich, Jürgen Stilling und Andreas Fier

Deutschlands Außenministerin Annalena Baerbock ist Gastgeberin beim Treffen der G7-Außenminister in Münster. Auch der US-amerikanische Außenminister Antony Blinken kommt in die Stadt. Foto: Grafik: Lisa Stetzkamp
  • Die Außenministerinnen und Außenminister der G7 treffen sich Anfang November in Münster.
  • Das weltpolitische Großereignis wird am 3. und 4. November im Historischen Rathaus in der Innenstadt stattfinden.
  • Bei dem Treffen kommen die Außenminister der sieben wirtschaftsstärksten Nationen zusammen.

Es ist ein weltpolitisches Großereignis vor geschichtsträchtiger Kulisse: Am 3. und 4. November kommen die G7-Außen­minister im Historischen Rathaus in Münster zusammen – 374 Jahre nachdem dort der Westfälische Frieden geschlossen wurde. Bei dem Treffen kommen die folgenden sieben Außenministerinnen und Außenminister zusammen:

Deutschland: Annalena Baerbock

Als erste grüne Kanzlerkandidatin war die damalige Parteichefin Annalena Baerbock verlacht – mit damals 40 Jahren die jüngste Kandidatin, die es je gab. Ihre Kompetenz wurde in Zweifel gezogen: Doch einmal im Auswärtigen Amt, stieg ihr Ansehen innerhalb weniger Monate enorm. Zusammen mit Robert Habeck drückt sie den Grünen in der Regierung den Stempel auf.

Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen) Foto: dpa

Dabei sorgte ihr beherztes Vorgehen im Ukraine-Krieg mit ihren unerschrockenen Auftritten gegenüber ihrem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow für Anerkennung. Immer wieder betont sie ­dabei ihre werte­orientierte Außenpolitik. Bemerkenswert als Grünen-Politikerin: Sie sieht Waffenlieferungen in die Ukraine auch als wichtigen Beitrag, um Zweifel an der internationalen Verlässlichkeit Deutschlands zu zerstreuen.

USA: Antony Blinken

Antony Blinken ist nach der Trump-Phase das Gesicht einer verläss­lichen demokratischen US-Außenpolitik. 1962 geboren, war er bereits für die Regierung Bill Clintons und George W. Bushs in leitender außenpolitischer Stellung. Während der Trump-Präsidentschaft verließ er den Staatsdienst. Er beriet 2020 Joe Biden bei seiner Kampagne und wurde nach dessen Wahl im November 2020 zum Außenminister nominiert.

Blinken verkörperte danach die Rückkehr der USA zum Multi­lateralismus. Er ist Nachfahre jüdischer Vorfahren, sein Großvater stammt aus Kiew. Sein Vater Donald M. Blinken war Geschäftsmann und Botschafter in Ungarn. Antony Blinken ist seit 2002 mit Evan Ryan verheiratet, die seit 2021 unter Biden als Kabinetts­sekretärin im Weißen Haus fungiert.

Antony Blinken Foto: IMAGO

Großbritannien: James Cleverly

Seit dem 6. September 2022 ist James Cleverly der erste nicht weiße britische Außen­minister. Zuvor war der Verfechter des Brexits und langjährige Weggefährte Boris Johnsons für zwei Monate Bildungsminister, nachdem das Johnson-Kabinett zerfiel. Als Mitglied der Konservativen Partei vertritt Cleverly seit 2015 den Wahlkreis Braintree in Essex. Von 2019 bis 2020 war er neben Ben Elliot Co-Vorsitzender der Konservativen Partei. Der 53-Jährige ist Sohn eines Briten, seine Mutter stammt aus Sierra Leone.

James Cleverly, Außenminister von Großbritannien Foto: dpa

Im Ministerrang war er schon zuständig für Asien, Nordafrika, Europa und Nordamerika – Cleverly ist also vertraut mit wichtigen Krisen­gebieten. Der Reserveoffizier gilt als großer Fan des Figurenkriegsspiels „Warhammer“. Er hat seine Studienfreundin Susannah geheiratet, das Paar hat zwei Söhne. 

Weitere Informationen rund um das politische Großereignis finden Sie außerdem auf unserer Special-Seite zum Treffen der G7-Außenminister in Münster 2022.

Kanada: Mélanie Joly

Sie ist erst knapp ein Jahr im Amt, die kanadische Außenministerin Mélanie Joly. Doch unerfahren ist sie ­nicht: Seit dem Jahr 2015 sitzt die ­43-Jährige bereits für die liberale Partei im kanadischen Parlament. Drei Ministerien hat Joly schon zuvor in verschiedenen Kabinetten von Premier­minister Justin Trudeau geführt: das Ressort für Kulturerbe, danach jenes für Tourismus, Amtssprachen und Frankophonie sowie später das Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Amtssprachen.

Zu den ­Spezialgebieten Jolys zählt das Handelsrecht. Eine Tatsache, die ihr für die G7-Gespräche eine besondere Kompetenz verleiht. Hinzu kommt eine starke Nähe zu Europa. Ihre Affinität zu europäischen Themen entwickelte sich während ihres Studiums im englischen Oxford. 

Mélanie Joly, Außenministerin von Kanada Foto: dpa

Italien: Wird es Tajani?

Noch ist Luigi Di Maio Außenminister Italiens, aber nach Münster könnte bereits sein Nachfolger ­reisen. Wer das sein wird? Das ist noch ­offen, denn derzeit ringt das Rechtsbündnis unter der Postfaschistin Giorgia Meloni nach dessen Wahlsieg noch über die Kabinettsposten in Rom.

Als aussichtsreichster – und wenig umstrittener – Kandidat für das Außenamt gilt Antonio Ta­jani, ein Vertrauter des Chefs der rechtskonservativen Forza Italia, Silvio Berlus­coni. Ein Grund: Dem langjährigen Europaabgeordneten, Ex-EU-Kommissar und früheren Präsidenten des Europaparlaments wird zugetraut, internationale Partner angesichts des römischen Rechtsrutsches zu besänftigen. Der 69-Jährige ist studierter Jurist und hat vor seiner Politik-Karriere als Redakteur gearbeitet.

Antonio Tajani könnte neuer italienischer Außenminister werden. Foto: dpa

Frankreich: Catherine Colonna

Catherine Colonna ist die zweite Frau an der Spitze des französischen Außenministeriums – und sie war hervorragend vorbereitet, als Präsident Emmanuel Macron sie im Mai als Hausherrin an den Quai d‘Orsay berief. Denn die 1956 bei Tours geborene partei­lose Politikerin kann auf eine lange Karriere als Diplomatin zurück­blicken: Colonna arbeitete in der Botschaft in Washington, war Europaministerin, Botschafterin bei der UNESCO in Rom und während der Brexit-Jahre in London.

Catherine Colonna, französische Außenministerin Foto: IMAGO

Einige ihrer Gesprächspartner in Münster dürfte sie seit Jahren kennen. Die Absolventin der an­gesehenen Universität Science Po und der „Kaderschmiede“ ENA war Anfang der 1990er Jahre zudem Pressesprecherin unter Außenminister Alain ­Juppè und (1995-2004) des damaligen Präsidenten Jacques Chirac im Élysée.

Japan: Yoshimasa Hayashi

Japans Außenminister Yoshimasa Hayashi ist zwar in Deutschland un­bekannt, zählt aber zur Riege der alt­gedienten Politiker des Landes. Der 61-Jährige zog 1995 erstmals für die Liberaldemokratische Partei ins Sangiin, das Oberhaus des japanischen Parlaments, ein. Der im Juli ermordete Shinzo Abe ­hatte Yoshimasa Hayashi 2006 als Staatssekretär an seine Seite geholt.

Hayashi Yoshimasa, Außenminister von Japan, hier mit Annalena Baerbock Foto: dpa

Abes Nachfolger als Premierminister, Yasuo Fukuda, berief ihn ein Jahr später als Verteidigungsminister. Wiederum ein Jahr später machte ihn der nächste ­Premier, Taro Aso, zum Staatsminister für Wirtschafts- und Finanzpolitik. In Abes zweitem Kabinett wurde Yoshimasa Hayashi 2012 Minister für Landwirtschaft und ­Fischerei – und sorgte dort ­insbesondere durch sein Bekenntnis zum umstrittenen Walfang für Furore. 

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