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Scharfe Sicherheitsmaßnahmen

Treffen der G7-Außenminister: Wieder Weltpolitik im Rathaus zu Münster

Münster

Der Blick der Welt richtet sich Anfang November beim G7-Treffen auf Münster. Bis dahin gibt es viel zu tun – vor allem in Sachen Sicherheit. Für Münsters Polizei ist es ein Mega-Einsatz.

Von Dirk Anger

Außenministerin Annalena Baerbock wird in Münster ihren amerikanischen Amtskollegen Antony Blinken treffen. Foto: Britta Pedersen/dpa

Tagelang hatte sich das Außenministerium in Schweigen gehüllt, auf Anfragen gar nicht reagiert, bis am Mittwoch dann die Bestätigung aus Berlin kam: Die Außenministerinnen und Außenminister der sieben weltweit führenden Wirtschaftsnationen kommen schon in gut zwei Monaten nach Münster. Es handelt sich dabei um ein Top-Ereignis der Weltpolitik.

Der hochkarätig besetzte Treffen soll am 3. und 4. November im Rathaus des Westfälischen Friedens stattfinden – angesichts des seit rund einem halben Jahr dauernden russischen Angriffskrieges auf die Ukraine dürfte damit ein symbolisches Zeichen gesetzt werden. Schließlich steht der unter anderem im Rathaus zu Münster unterzeichnete Westfälische Frieden für eine von freien Staaten in Verhandlungen und nicht mit Waffen erzielte Friedensordnung.

Kurze Wege zwischen Hotel und Tagungsort

Neben Gastgeberin Annalena Baerbock und US-Außenminister Antony Blinken werden deren Amtskollegen aus Kanada, Großbritannien, Frankreich, Italien und Japan in der Domstadt erwartet. Sie sollen möglichst in innerstädtischen Vier-Sterne-Hotels untergebracht werden. Auf diese Weise können die Wege zum Tagungsort auch aus Sicherheitsgründen möglichst kurz gehalten werden.

Schon vor gut zwei Wochen waren Mitarbeiter des Außenministeriums in Münster, um Örtlichkeiten für das Treffens und Unterbringung der Gäste unter die Lupe zu nehmen. Zu Beginn dieser Woche ist erneut eine Delegation aus der Hauptstadt in Münster gewesen, wie unsere Zeitung erfahren hat. Die Delegation sollte weitere Schritte zur Vorbereitung des Treffens vorantreiben.

Video in Kooperation mit dem WDR-Landesstudio Münster:

"Herausragender Einsatz" für die Polizei Münster

Für Münsters Polizei, die nach Angaben von Polizeisprecher Jan Schabacker federführend für die Sicherheit zuständig ist, wird es ein „herausragender Einsatz“. In der Innenstadt dürften nicht zuletzt deshalb schon Tage vor der Konferenz die Sicherheitsmaßnahmen drastisch hochgeschraubt werden.

Um ein Gefühl für die Dimension zu bekommen: Beim ersten Außenminister-Treffen unter der aktuellen deutschen G7-Präsidentschaft in Weißenhaus an der Ostsee sorgten rund 3500 Beamte von Bundes- und Landespolizei sowie vom Bundeskriminalamt für einen sicheren Ablauf.

Rund um das Rathaus dürfte an den beiden November-Tagen die höchste Sicherheitsstufe herrschen, wenn dort die Minister-Runde tagen wird. Nicht ausgeschlossen, dass in diesen Zeiten der Prinzipalmarkt gesperrt werden wird.

Polizeisprecher Jan Schabacker

Polizei-Sprecher Schabacker spricht in Sachen Sicherheit von einem „komplexen Planungsszenario“. Aber als eine von sechs Großbehörden der Polizei in NRW sieht man sich dafür gewappnet.

Eine von zwei Einsatzleitern geführte Ständige Stabsdienststelle soll den Mega-Einsatz planen. In den nächsten zwei, drei Wochen werde wohl alles festgezurrt. „Der Kontakt mit dem Außenministerium ist intensiv hergestellt worden“, sagt Schabacker. Ein wenig Respekt vor der großen Aufgabe schwingt gleichwohl mit: „So was machen wir auch nicht jeden Tag.“

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