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G7-Treffen

Blick ins Pressezentrum: Aus dem LWL-Museum in alle Welt

Münster

Mehr als 200 Medienvertreter sind nach Münster angereist – aus Japan, Frankreich, Italien, USA und auch aus der arabischen Welt. Im Foyer des LWL-Museums stehen Arbeitstische: das Pressezentrum zum G7-Treffen.

Um 11 Uhr hat das Pressezentrum im LWL-Museum geöffnet und füllt sich langsam mit Leben. Foto: Oliver Werner

Bereits am Morgen wird imm Pressezentrum eifrig getippt. Andere Journalisten sprechen sich ab, welche Kollegin, welcher Kollege versucht, bei welchem Termin in den „Pool“ zu kommen. Aus Sicherheitsgründen geht es jeweils nur gruppenweise zu den Presseterminen, Statements und zum „Familienfoto“.

Seit dem Westfälischen Frieden habe es wohl kein so großes Weltereignis in Münster mehr gegeben, meint John Hudson von der Washington Post. So große Entscheidungen wie 1648 seien diesmal wohl nicht zu erwarten, meint der zuständige Experte für Außenpolitik- und Sicherheitspolitik in der Redaktion. Das Hauptthema? Natürlich die Ukraine und Russland – und „die westliche Allianz stark und geeint zu halten“. Aber: Wiewohl die Biden-Regierung „somewhat happy“ („einigermaßen zufrieden“) mit dem Scholz Kompromiss zum Hamburger Hafen-Terminal beobachte sie doch mit Interesse, wie ein enger Verbündeter sich gegenüber China verhalte, spielt Hudson auf die China-Reise des Kanzlers an.

Sabine Dahlhausen, Redakteurin einer japanischen Nachrichtenagentur, auf dem - geliehenen - Fahrrad: Die Japanologin vermisst in der Fahrrad-Hauptstadt ihr eigenes, das sie in Berlin gelassen hat. . Foto: Jürgen Peperhowe

Münster „sehr cosy“

Und Münster? Davon hat er noch nichts gesehen, er ist erst in der Nacht angekommen. „Einige Kollegen wollten gestern noch was trinken gehen – aber hier gibt es nicht so viele Möglichkeiten...“

Kenji Nakanishi hat am Vorabend schon einmal „dieses bekannte Bier“ aus Münster probiert. „Pinkus?“ „Genau!“ Münster sei „sehr cosy“, sehr gemütlich – und sehr anders als Berlin, wo er Bürochef von „The Yomiuri Shimbun“, Japans größter Tageszeitung, ist. Auch für ihn steht der Krieg in der Ukraine im Mittelpunkt des Interesses – und natürlich der Blick nach China und Taiwan vor Japans Haustür, wo ein ähnlicher Konflikt sich andeuten könnte. Weil die Vereinten Nationen derzeit nicht wirklich funktionierten, habe die G7 sehr stark die Funktion übernommen, die wertebasierte Ordnung der UN-Charta zu verteidigen, meint er.

Aissa Taibi, Managing Director, Al Jazeera Media Network, Berlin Foto: Martin Ellerich

„Russland, Ukraine, Energie“

Das Interesse in Japan am G7-Treffen in Münster ist groß. Es sind viele japanische Journalisten vor Ort. „Japan wird als nächstes den G7-Vorsitz von Deutschland übernehmen“, erklärt Sabine Dahlhaus, Redakteurin der japanischen Presse-Agentur Kyodo News, das große Interesse ihrer japanischen Kolleginnen und Kollegen. Die deutsche Japanologin kennt Münster bereits von früheren Besuchen – „und natürlich aus dem Tatort“. Sie ärgert sich ein wenig, dass sie ihr Fahrrad nicht dabei hat, mit dem sie in Berlin „fast alle“ Fahrten erledigt. In Münster würden Radler als Verkehrsteilnehmer ernst genommen, meint sie.

„Als ich gestern aus Berlin ankam, war es schon dunkel“, sagt Aissa Taibi, Direktor des Senders „Al Jazeera“ in Berlin. Viel gesehen hat er also noch nicht von der Stadt des Westfälischen Friedens. „Russland, Ukraine, Energie“, das seien für ihn „natürlich“ die wichtigsten Themen des Außenministertreffens. Seine arabischen Zuschauer seien „sehr direkt“ vom Krieg in der Ukraine betroffen. „Wir sind Energielieferant – und wir leiden unter den hohen Nahrungsmittelpreisen“, erklärt er. Zudem habe der Konflikt selbst auch politische Auswirkungen in der Region, je nachdem welches Land sich auf welche Seite schlage, die des Westens oder Russlands. Keine Frage: Was in Münster besprochen wird, könnte wieder Auswirkungen in aller Welt haben – so wie 1648 in der damals bekannten Welt.

Alle grundlegenden Informationen zum G7-Treffen in Münster finden Sie auf unserer Special-Seite. Und unter folgendem Link steht das gesamte WN-Angebot vier Wochen kostenfrei zur Verfügung: wn.de/digitalbasis

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