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Presseschau zum G7-Treffen

„Die Friedensstifter von damals hatten lange Haare“

Münster

Die Welt schaut auf Münster. Rund 200 Journalisten berichten aus dem Pressezentrum über das G7-Treffen der Außenministerinnen und Außenminister. Dabei stehen nicht nur die Inhalte der Gespräche im Fokus. 

G7-Außenministertreffen in Münster: Das Pressezentrum im LWL-Museum für Kunst und Kultur. Foto: Gunnar A. Pier

Das G7-Treffen in Münster beschäftigt vor allem die nationale Presse, und natürlich auch Kommentatorinnen und Kommentatoren in den sozialen Netzwerken.

Die Pforzheimer Zeitung fragt: „Ein Krieg, eine Stadt, ein Frieden, eine Konferenz: Ob aus der Stadt des Westfälischen Friedens ein Impuls für Frieden in der Ukraine gelingen kann?“ Und resümiert: „Es wäre schon viel, wenn die Außenministerinnen und Außenminister der G7 bei ihrem Treffen in Münster tatsächlich ein solches Signal aussenden würden, das in seiner Wirkung in Moskau ankommt und dort verstanden würde. [...] Wie am Ende ein Frieden für die Ukraine heißt, der in Münster angestoßen wurde, ist egal. Die G7 hätten in jedem Fall ihren Wert bewiesen.“

Ähnlich kommentiert auch die Rheinpfalz aus Ludwigshafen: „Wurde in den vergangenen Monaten vor allem darüber diskutiert, welche Waffen die ukrainische Armee benötigt, um sich gegen den russischen Aggressor zu verteidigen, so wird nun mit jedem Tag die Frage dringlicher, wie das pure Überleben unzähliger Zivilisten gesichert werden kann. Deshalb ist es richtig, wenn die G7-Außenminister ihr Treffen nutzen, um sich über Art und Umgang lebensnotwendiger Hilfen auszutauschen - und zugleich bestrebt sind, dass die Hilfe möglichst rasch und koordiniert gewährt wird.“

Die Ludwigsburger Kreiszeitung sieht im G7-Außenministertreffen von Münster ein Signal an die Ukraine: „Ihr seid nicht alleine!“

Der Spiegel dämpft trotz des riesigen Abstimmungsbedarfs unter den westlichen Industrienationen die Erwartungen: „Weitreichende Beschlüsse sind von dem G7-Treffen dennoch nicht zu erwarten – die müssten die Staats- und Regierungschefs treffen. In Münster haben die Außenministerinnen und Außenminister jedoch die Chance, die nächsten konkreten Schritte im globalen Krisenmanagement vorzubereiten.“

Diverse Medien inszenieren ein Fernduell zwischen Annalena Baerbock in Münster und Bundeskanzler Scholz in China. Das Handelsblatt schreibt über die Bundesaußenministerin: „Baerbock ist die erste Außenministerin Deutschlands und hat mit der Politischen Direktorin sowie weiteren Staatssekretärinnen die frühere 'Männerdomäne' Auswärtiges Amt erobert.“

Die Bild-Zeitung kreiiert gleich ein Duell der beiden um Weltfrieden und Macht: „Zwischen Scholz und Baerbock liegen 7700 Kilometer. Und eine politische Eiszeit: in Sachen Russland. In Sachen China. In Sachen Ukraine (Panzer etc.). [...] Das Duell um die Welt – heute gilt's zwischen Scholz und Baerbock...“

Selten zwar, aber ab und an rückt auch die Stadt Münster in den Fokus. Beispielsweise, wenn es um den Austragungsort des Gipfels, also den Friedenssaal im historischen Rathaus geht. Das Handelsblatt beschreibt eine Situation, in der Baerbock ihren Anspruch auf eine „feministische Außenpolitik“ unterstreicht: „Und beim Blick auf die Gemälde in Münsters Friedenssaal sagte Baerbock ihren Amtskollegen – unter den Versammelten waren mit den Außenministerinnen Kanadas und Frankreichs nur zwei weitere Frauen –, unter den Unterzeichnern des Westfälischen Friedens seien keine Frauen vertreten gewesen, auch wenn die Friedensstifter von Münster 'damals auch lange Haare hatten'.“

Während sich das Boulevard auf Randnotizen stürzt, wie ein verdächtiger Koffer, der einen Polizeieinsatz ausgelöst hat oder das Entfernen des historischen Ratskreuzes, fokussieren sich andere auf den symbolträchtigen Ort – wie beispielsweise der Westfälische Anzeiger: „Im Friedenssaal des Historischen Rathauses, in dem 1648 mit dem Westfälischen Frieden Weltgeschichte geschrieben wurde - was daher auch für Münsters OB Markus Lewe ein passender Ort ist. Angesichts des Programms ist das hoffentlich ein gutes Omen.“ 

Der Vergleich zum Westfälischen Frieden liegt nahe, nicht zuletzt hat Annalena Baerbock bewusst Münster als Ort für das Treffen ausgewählt. Die Glocke kommentiert: „Ein Ausweg aus dem schrecklichen Ukraine-Krieg ist derzeit nicht in Sicht. So rückt eine düstere Lehre des 30-jährigen Kriegs wieder in den Blickpunkt: Der Westfälische Friede wurde 1648 nämlich nur möglich, weil durch die totale Erschöpfung der Ressourcen und die allgemeine Kriegsmüdigkeit keine Seite durch die Fortführung des Konflikts etwas gewinnen konnte. Hoffen wir, dass es diesmal nicht so weit kommt.“

Und während sich die internationale Presse in Bezug auf den Austragungsort eher zurückhält, stellt die Deutsche Botschaft in London die Stadt per Twitter vor:

Alle grundlegenden Informationen zum G7-Treffen in Münster finden Sie auf unserer Special-Seite. Und unter folgendem Link steht das gesamte WN-Angebot vier Wochen kostenfrei zur Verfügung: wn.de/digitalbasis

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