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G7-Treffen

Beratungen im Friedenssaal: Alle Blicke aufs Rathaus gerichtet

Münster

Am Donnerstagnachmittag haben die Gespräche der Außenministerinnen und -minister der G7 im Rathaus begonnen. Mit dem Friedenssaal wurde dafür ein historischer Ort gewählt. Es war ein besonderer Moment.

Von Karin Völker

Im münsterischen Rathaus verhandelten die Außenministerinnen und Außenminister der G7 bis in den Abend hinein. Foto: Oliver Werner

Ausgerechnet auf dem Prinzipalmarkt herrscht am Donnerstag geisterhafte Leere – kaum eine Menschenseele bis auf die Pulks schwer bewaffneter Polizisten, die kurz vor 15 Uhr die Außenministerinnen und -minister der G7-Staaten erwarten.

Hinter der Tür zur Bürgerhalle knetet Oberbürgermeister Markus Lewe die Finger – auch für ihn, der hier schon manche Staatsoberhäupter empfangen hat, ist das ein besonderer Tag. Der wichtigste Anlass des Treffens – der Krieg in der Ukraine – „ist ein schrecklicher“, sagt er, bevor die Gäste in ihren schwarzen Limousinen, eskortiert von Polizeikolonnen vor dem Rathaus halten. Aber, dass sie, der Symbolkraft des Westfälischen Friedens wegen nach Münster kommen, um über mögliche Wege zum Frieden zu reden, das freue ihn doch. „Der Friedenssaal ist mehr als ein Museum“, sagt Lewe, bevor es losgeht.

Baerbock dankt für die Gastfreundschaft der Münsteraner

Die Gastgeberin Annalena Baerbock kommt zuerst, gekleidet in hoffnungsfrohem Weiß, umarmt Lewe, und bedankt sich für die Gastfreundschaft der Münsteraner: „Ich habe gerade bei der Fahrt durch die Stadt gesehen, welche Einschränkungen mit unserem Treffen verbunden sind“, sagt sie – und als Kennerin Münsters ist sie sich mit Lewe darin einig, dass es an diesem Tag „ganz besonders ratsam ist, hier mit dem Fahrrad unterwegs zu sein“. Auf einem Pult liegt aufgeschlagen das Goldene Buch der Stadt – und Baerbock trägt sich als Erste auf der Seite ein, wo sich nach ihr auch die anderen Ministerinnen und Minister verewigen werden.

Als Nächste kommt Mélanie Joly, die kanadische Außenministerin – mit ihr fällt Baerbocks Begrüßung besonders herzlich aus. Nachdem Joly unterschrieben hat, stellt sie sich vor die neben dem Pult aufgestellten Fahnen der G7. Es folgen: der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell, der japanische Außenminister Yoshimasa Hayashi, die Neulinge in der Runde, der Italiener Antonio Tajani und der Brite James Cleverly. Und während sich die Rathaustür für die neu Ankommenden immer wieder öffnet, weht sehr dezent der Sound von Sprechchören und Liedern der im weiteren Umkreis des Prinzipalmarkts stattfindenden Demonstrationen herein.

Blinken kommt in schwer gepanzerter Limousine

Als Letztes fährt die schwer gepanzerte Limousine von Antony Blinken vor. Der US-Amerikaner eilt in die Halle, schüttelt Lewe die Hand, drückt Baerbock an sich, tätschelt den neuen Kollegen die Schultern, bevor sich die Kolonne in Richtung Friedenssaal bewegt.

Ratlosigkeit bei den Fotografen und Kameraleuten der internationalen Presse hinter dem roten Absperrband: Wo ist Catherine Colonna, die französische Außenministerin? Ein Bild der G7 mit nur sechs Ländern? Bevor noch über diplomatische Verwicklungen spekuliert werden kann, kommt sie doch noch, der Flieger ist eben erst gelandet.

Oberbürgermeister Markus Lewe

Die Kollegen am runden Tisch im Friedenssaal warten schon. Markus Lewe überlässt sie ihren Gesprächen und geht in sein Büro, mit dem Anfang durchaus zufrieden: „Ich habe gespürt, dass die Gäste von der besonderen Atmosphäre unseres Rathauses beeindruckt waren.“

Alle grundlegenden Informationen zum G7-Treffen in Münster finden Sie auf unserer Special-Seite. Und unter folgendem Link steht das gesamte WN-Angebot vier Wochen kostenfrei zur Verfügung: wn.de/digitalbasis

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