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Energie-Krise

Krisenstab zur Gasmangellage: Blackout-Szenario wird durchgespielt

Münster

Angesichts der andauernden Energie-Krise hat die Stadt Münster am Mittwoch einen Krisenstab zur Gasmangellage gegründet. Leiter Wolfang Heuer nennt bereits konkrete Maßnahmen, die nun ergriffen werden sollen.

Von Karin Höller

Die Preise für Gas sind in den vergangenen Monaten drastisch gestiegen. Die Preise fürs Heizen steigen dadurch deutlich.  Foto: dpa-Zentralbild

Die Behörden in Münster und im Münsterland bereiten sich auf eine schnelle und gemeinsame Umsetzung von Maßnahmen angesichts der drohenden Gasmangellage vor. „Noch unklar ist, welche Dimension die Belastungen für die Stadt und die Menschen hier haben wird“, erklärt Beigeordneter Wolfgang Heuer, der die Leitung des am Mittwoch in Münster gebildeten Krisenstabs zum Management der Gaskrise übernommen hat. Dem Gremium gehören zahlreiche städtische Ämter sowie die Stadtwerke als Energieversorger an.

Auch ein mögliches Blackout-Szenario mit länger anhaltendem Stromausfall im Stadtgebiet gehört zu den Themen, die im Krisenstab behandelt werden. Unsicher ist nach Mitteilung der Stadt, wie gut die bundesweiten Gasspeicher bis zum Beginn der kommenden Heizperiode gefüllt werden können und wie umfangreich der Ersatz russischen Gases durch andere Lieferanten und Energieträger wie Flüssiggas (LNG) oder Kohleverstromung möglich sei.

Verbrauchen sollen Energie sparen

Die Gasflüsse aus Nord Stream 1 liegen derzeit bei etwa 20 Prozent der Maximalleistung. Der Gesamtspeicherstand in Deutschland liegt bei 69,4 Prozent und wird kaum bis November die avisierten 95 Prozent erreichen, so die Einschätzung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz, das am 23. Juni die Alarmstufe des Notfallplans in Deutschland ausgerufen hatte. Ein klares Signal an die Verbraucher, Energie zu sparen. Reichen die Maßnahmen nicht aus, kann die Bundesregierung die dritte und höchste Stufe des Notfallplans ausrufen und die Gasverteilung übernehmen.

Kommentar: Nicht in Panik geraten

Gesetzlich geschützt seien allerdings private Haushalte, Einrichtungen der kritischen Infrastruktur wie Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Polizei sowie Fernwärmeanlagen, wie Stadtwerke-Sprecherin Lisa Schmees betont. Da das für die Fernwärme in Münster zuständige Gaskraftwerk im Hafen auch mit Öl betrieben werden könne, seien die Öltanks sicherheitshalber komplett gefüllt worden.

Wolfgang Heuer

Angesichts der explodierenden Energiepreise will der neu gegründete Krisenstab die Beratungsstrukturen zum Energiesparen überprüfen. Heuer kündigte in einer Pressemitteilung am Mittwoch Sparmaßnahmen auch in den kommunalen Liegenschaften an: „Unter anderem in den Bereichen Raumtemperatur, Beleuchtung und Warmwasserverbrauch sehe ich Sparpotenziale. Für gut gefüllte Gasspeicher im kommenden Winter sind Komforteinschränkungen jetzt vertretbar.“

Die jetzt schon dramatisch gestiegenen Gaspreise werden auch den städtischen Haushalt belasten. Im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Leistungen der Heiz- und Wohnunterstützung werden laut Stadt die Heizkosten von 21.600 Haushalten ganz oder teilweise übernommen.

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