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Gaskrise

Energiesparen: Maßnahmen betreffen Büros und Hallenbäder

Münster

Komfortverzicht lautet angesichts der möglichen Energiekrise das Gebot der Stunde: Was die Münsteranerinnen und Münsteraner zu erwarten haben, hat jetzt der städtische Krisenstab beschlossen. Aber das wird wohl nur der Anfang sein.

Von Dirk Anger

In den städtischen Hallenbädern wird die Temperatur um zwei Grad abgesenkt, hier das Stadtbad Mitte. Foto: Matthias Ahlke

Eine Woche nach Einberufung des Krisenstabs zur Gasmangellage hat die Stadtverwaltung erste konkrete Maßnahmen zur Energieeinsparung für ihre Immobilien und Liegenschaften beschlossen. Sie betreffen verschiedene Bereiche.

Die Büroräume der Stadtverwaltung sollen laut einer städtischen Mitteilung in der kommenden Heizperiode vorbehaltlich anderslautender rechtlicher Regelungen nur noch bis 19 Grad aufgeheizt werden, Treppenhäuser und sonstige Nicht-Aufenthaltsbereiche auf maximal zwölf bis 14 Grad.

Wassertemperatur in Hallenbädern wird gesenkt

Die Heizperiode in kommunalen Gebäuden und Sportstätten soll nach dem Beschluss des Krisenstabs erst am 17. Oktober beginnen, also sechs Wochen später als dies bislang üblich war. Die Stadtverwaltung weist zusätzlich darauf hin, dass das bestehende Verbot zum Betrieb von Heizlüftern in städtischen Gebäuden weiter gilt.

Die Schließung von Bädern steht aktuell noch nicht auf der Tagesordnung: Allerdings wird die Wassertemperatur in allen städtischen Hallenbädern „umgehend um zwei auf in der Regel 26 Grad abgesenkt werden“, wie die Verwaltung mitteilt. Sogenannte Attraktionsbereiche wie das hochtemperierte Solebad im Hallenbad Ost werden vorerst nicht mehr angeboten. Im Freibad Coburg verzichtet man auf die Beheizung mit Fernwärme. Die Schließung des Freibades wird deshalb wie bei den anderen Freibädern wetterbedingt festgelegt, heißt es.

Auch Fassadenbeleuchtungen an städtischen Gebäuden, die nicht sicherheitsrelevant sind, sollen weitgehend eingestellt werden, wie unsere Zeitung erfahren hat.

Oberbürgermeister Markus Lewe

Über diese aktuellen Schritte zur Einsparung von Energie im Bereich der Stadtverwaltung informierte Oberbürgermeister Markus Lewe den Ältestenrat des Stadtrates am Mittwoch. „Die durch den Krieg in der Ukraine ausgelösten Schieflagen auf dem Energiemarkt werden auch bei uns in Münster Folgen haben, mit denen wir uns schon jetzt vorbeugend befassen müssen“, so Lewe. Vor jeder Ratssitzung will er künftig einen Lagebericht geben.

Kosten steigen

Man behalte sich Anpassungen und weitere Maßnahmen vor, kündigte der Chef des Krisenstabs, der städtische Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer, an – „verschiedene Themen werden erst in den nächsten Tagen abgestimmt“. Die von der Bundesregierung vorgegebenen Einsparziele zur Abwendung einer akuten Energiekrise im kommenden Winter seien auch in Münster nur mit Komfortverzicht erreichbar, betonte Heuer. Kommentar

55 Prozent der Haushalte heizen mit Gas

In Münster heizen etwa 55 Prozent aller Haushalte mit Gas. Das entspricht dem ungefähren Bundesdurchschnitt. Zudem wird Erdgas auch in der Stromproduktion eingesetzt, so dass mit den Gas-Lieferengpässen neben Einbrüchen bei der Wärmeversorgung potenziell auch Stromengpässe drohen.

Kommentar: Mit Augenmaß

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