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Vortragsreihe „A-Z Architekten“ mit drei neuen Themenabenden

Gedächtnis und Neuaufbau

Münster

Drei Architekten, drei unterschiedliche Schwerpunkte und doch eine große Gemeinsamkeit: Bei den neuen Themenabenden der Vortragsreihe „A-Z Architekten“ stehen Männer im Mittelpunkt, die historische Brüche erlebten und diese zu verarbeiten versuchten.

Im Vortrag über Josef Paul Kleihues spielen auch die Münster-Arkaden eine wichtige Rolle, die der Architekt von 2002 bis 2006 errichten ließ. Foto: Stefan Rethfeld

Nach der Sommerpause startet auch die Vortragsreihe „A-Z Architekten“ des Bundes Deutscher Architekten (BDA) Münster-Münsterland wieder, die seit 2016 regelmäßig Persönlichkeiten vorstellt, die Münsters Stadtbild prägten. Diesmal mit Vortragsabenden zu den international renommierten Architekten Josef Paul Kleihues, Helmut Goldschmidt und Werner March.

Zum Auftakt wird das Werk von Josef Paul Kleihues (1933-2004) in den Mittelpunkt gerückt, der als Planungsdirektor der Internationalen Bauausstellung 1984/87 in Berlin Maßstäbe setzte. Mit Bürostandorten in Dülmen-Rorup und Berlin wirkte er auch nach dem Mauerfall maßgeblich an der Neugestaltung der Hauptstadt mit.

Architektur für das kulturelle Gedächtnis

In Münster konnte sein Büro 1999 im Hafen ein Atelier- und Bürohaus, eine Büro- und Wohnanlage an der Scharnhorststraße (2002-2005) und zuletzt in der Altstadt die Münster-Arkaden (2002-2006) umsetzen. In seinem Vortrag „Zuerst die Stadt: Architektur für das kulturelle Gedächtnis“ am 30. September (Donnerstag) um 20 Uhr in den Münster-Arkaden wird Prof. Dr. Thorsten Scheer (Düsseldorf) das Stadt- und Architekturverständnis von Kleihues deuten. Im Anschluss ist ein Gespräch mit dem Sohn Jan Kleihues vorgesehen, teilt der BDA mit. 

Ein zweiter Abend gilt dem Architekten Helmut Goldschmidt (1918-2005), der nach 1945 zahlreiche Synagogen rekonstruierte und jüdische Gemeindezentren entwarf. Obwohl er auch zu den Deportierten nach Auschwitz und Buchenwald zählte, versuchte er nach der Befreiung, als freischaffender Architekt in Deutschland neue Orte für jüdische Gemeinden zu entwickeln, so unter anderem in Bonn, Dortmund und in Münster – als Zeichen eines Neuanfangs nach finsterer Zeit.

Jüdische Gemeindezentren nach 1945

Leben und Werk werden am 13. Oktober (Mittwoch) um 19 Uhr im Vortrag „Architektur als Neuanfang: Jüdische Gemeindezentren nach 1945“ in der Synagoge an der Klosterstraße von Stefan Rethfeld vorgestellt.

Ein dritter Architekturabend ist dem Berliner Architekten Werner March (1894-1976) gewidmet, der als Sohn einer bedeutenden Architektenfamilie in Berlin schon früh Landhäuser und Industriebauten ausführen konnte, doch erst als Architekt des Olympiastadions (1936) im Dritten Reich bekannt wurde.

Zwischen Olympia und Wiederaufbau

Im Wiederaufbau galt sein Interesse dagegen behutsamen städtebaulichen Planungen, zu denen auch das Landeshaus (1948-50) in Münster zählte. Seine wechselhafte, bisweilen unbekannte Biografie wird von Stefan Rethfeld unter dem Titel „Zwischen Olympia und Wiederaufbau: Projekte für Berlin, Westfalen und Bagdad“ am 3. November (Mittwoch) um 19 Uhr im Plenarsaal des Landeshauses aufgezeigt.

Aufgrund der aktuellen Corona-Situation ist die Anzahl der Plätze begrenzt und eine vorherige Anmeldung per Mail (bda-muenster@­hehnpohl.de) erforderlich. Für den Zugang zu den Veranstaltungen ist ein 3G-Nachweis vorzulegen. Der Eintritt ist frei.

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