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50 Jahre „Offene Weihnacht“ des Stadtdekanats Münster

Gemeinsam statt einsam

Münster

Einsam den Heiligen Abend zu verbringen – das muss in Münster nicht sein. Es gibt die offene Weihnacht, seit 50 Jahren schon.

Von Helmut P. Etzkorn

Im Pfarrheim St. Martini fand an Heilig Abend die „Offene Weihnacht“ statt und stieß wie immer in den vergangenen Jahrzehnten auf eine große Resonanz bei Menschen, die den besonderen Abend nicht allein verbringen wollten. Foto: hpe

Frank-Peter (60) „wäre allein daheim wohl die Decke auf den Kopf gefallen“. Und darum ist er „einfach glücklich, hier sein zu dürfen“. An Heiligabend nimmt er das Angebot der „Offenen Weihnacht“ im Pfarrheim St. Martini gern in Anspruch. Auch, um „Freunde zu treffen und Einsamkeit zu vermeiden“, wie er sagt.

Vor mehr als 40 Jahren schon war er zu Weihnachten in der Epiphaniasgemeinde dabei, als dort der damalige Gemeindepfarrer Richard Hilge regelmäßig Treffen für „Menschen mit besonderen Biografien“ organisierte. Der gelernte Altenpfleger Frank-Peter ist seit einiger Zeit krank und kann seinen Beruf aktuell nicht mehr ausüben. Im Frühjahr ist seine Frau nach 28 gemeinsamen Jahren gestorben. Auch deshalb ist Frank-Peter froh, an einem warmen und freundlichen Ort in der Gemeinschaft Weihnachten feiern zu können.

25-köpfiges Team ist in St. Martini am Werk

In St. Martini kümmern sich Ludger und Ingrid Hove mit einem 25-köpfigen Team um das Wohl der über 50 Besucher an diesem besonderen Abend. Neben Rinderbraten, Rotkohl und Knödeln gibt es für die Teilnehmer, von denen viele wohnungslos sind, eine Geschenktüte mit Hygieneartikeln, Pulverkaffee und einem Päckchen Tabak. Hove: „Ich bin froh, ein tolles Team an Ehrenamtlichen zu haben.“

Am Abend wird an allen fünf Standorten der Offenen Weihnacht, St. Martini, Hansahof, St. Clemens Hiltrup, St. Franziskus und im Pfarrheim der Margareta-Kirche ein gemeinsames Jubiläum gefeiert. Seit fünf Jahrzehnten gibt es die „Offene Weihnacht“. Ins Leben gerufen 1972 als „Heiligabend der Einsamen“, vom Stadtkomitee der Katholiken Münster. Und seit Anfang an sind es in St. Martini übrigens Freiwillige der Bundeswehr aus Handorf, die das festliche Mahl zubereiten.

Weihbischof Dr. Stefan Zekorn betont in seiner Grußbotschaft die „genial göttliche Idee, Mensch geworden zu sein“. Gott teile das Schicksal der Menschen auch in schwierigen Zeiten, wie sie jetzt gerade durchlebt würden. Im Gebet wird der Wunsch auf Frieden in der Ukraine in den Fokus gerückt.

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