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Banküberfall in Coerde

Gericht bezweifelt Zeugenaussage

Münster

Hat ein junger Mann aus Coerde dem Landgericht im Prozess um den Bankraub am Hamannplatz absichtlich Wissen zur Tat verschwiegen, um Bekannte nicht zu belasten? Diese Vermutung der Richter führte dazu, dass der 25-Jährige am Donnerstag ein zweites Mal als Zeuge aussagen musste.

Klaus Möllers

  Foto: dpa

Es ist nach wie vor nicht klar, ob der Angeklagte (24) bei dem Raub auf die Sparkassenfiliale im September 2016 beteiligt war. Der Haupttäter (22) war zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden und hatte den früheren Kumpel als Mittäter benannt. Ihm will er im Keller eines Hochhauses an der Königsberger Straße die Beute übergeben haben. Der aber bestreitet, Komplize gewesen zu sein.

Angeblich gefälschte Chat-Protokolle

Aus Internet-Chats zitierte der Vorsitzende Richter jetzt Sätze, die der Zeuge der Lebenspartnerin des Bankräubers geschrieben haben soll: „Meinst du, ich würde bei der Polizei etwas sagen? Das werdet Ihr noch sehen, wenn es zur Verhandlung kommt.“ Weiter hieß es: „Ich würde nie einen Freund verraten.“ Nun erklärte der 25-Jährige, dass ihm der Haupttäter Monate vor dem Verfahren erzählt habe, dass er die Bank überfallen habe. „Sie wussten also von Anfang an, dass er die Sparkasse überfallen hat, und haben es erst einmal für sich behalten?“, fragte der Richter. Der 25-Jährige begründete sein Schweigen damit, dass er von der Partnerin des Täters „bedroht“ worden sei. Die Chat-Texte aber habe er nicht geschrieben. Sie müssten gefälscht sein.

Mutter beteuert Unschuld des Angeklagten

Die Mutter des Angeklagten betonte, dass ihr Sohn „gar keinen Schlüssel“ für den Keller des Hochhauses, in dem sie beide wohnen und in dem er das Beutegeld bekommen haben soll, besitze. Den habe sie. Und sie sei „bei der Arbeit“ gewesen.

Am Dienstag (29. Januar) werden die Plädoyers im Verfahren erwartet.

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