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Fachhochschule gründete vor 25 Jahren neuen Fachbereich

Gesundheit ist akademisch

Münster

Gesundheitsberufe werden in Deutschland zunehmend akademisiert. Das erkannte die Fachhochschule Münster vor 25 Jahren: 1994 gründete sie den Fachbereich Pflege, der jetzt einfach „Gesundheit“ heißt. Mittlerweile werden zwölf Studiengänge angeboten.

Karin Völker

Akademische Berufsausbildung am Fachbereich Gesundheit der Fachhochschule Münster: Vor 25 Jahren wurde der Fachbereich gegründet – heute studieren hier 1000 Frauen und Männer in zwölf Studiengängen. Foto: FH

Wenn es um die Ausbildung in Gesundheitsberufen geht, hat Deutschland in Europa bis heute eine Sonderrolle. Nur hier und im kleinen Luxemburg ist die Ausbildung in den Pflege- und Therapieberufen keine rein akademische Angelegenheit. Das ist ein Grund dafür, dass das Thema Gesundheit – abgesehen vom Studienfach Medizin – in Münster erst vor einem Vierteljahrhundert seinen Weg an die Hochschulen gefunden hat.

1994 machte die Fachhochschule (FH) Münster ernst: Gesundheit und Pflege war bis dahin ein Teilaspekt im Studiengang Sozialpädagogik. Vor 25 Jahren gründete die FH den Fachbereich Pflege und legte damit den Grundstein für ein expandierendes Fachgebiet. Zwei kleine Diplomstudiengänge, Pflegemanagement und Pflegepädagogik, machten den Anfang – konzipiert zur Weiterbildung von erfahrenen Pflegekräften, die sich weiter qualifizieren wollten.

Pflege wird akademisch

Jeweils rund 25 Studierende wurden hier anfangs ausgebildet. Heute heißt der Fachbereich „Gesundheit“, bietet zwölf Studiengänge an, in denen rund 1000 Frauen und Männer eingeschrieben sind. 15 Professoren unterrichten und forschen am Fachbereich. „Wir sind bundesweit einer der größten Fachbereiche an einer allgemeinen FH“, sagt Dekan Prof. Rüdiger Ostermann.

Mittlerweile kooperiert der Fachbereich in seinen Studiengängen mit den vielen Fachschulen der Krankenhäuser aus weiten Teilen Nordrhein-Westfalens zwischen Wesel am Niederrhein und Brilon im südöstlichen Sauerland. Aus Münster ist das Franziskus-Hospital seit Langem dabei, neuerdings gibt es auch einen Kooperationsvertrag mit dem Universitätsklinikum Münster. „Die Krankenpflegeschulen wollen für ihre Auszubildenden bessere Qualifizierungsperspektiven eröffnen“, sagt Ostermann. Der Fachbereich hat unter anderem einen dualen Studiengang im Programm.

Parallel zur grundständigen Berufsausbildung in der Pflege wird hier akademisch auf einen Bachelor-Abschluss hin studiert. Eine Kooperation mit dem UKM besteht auch im Modellstudiengang Therapie und Gesundheitsmanagement, der die Bereiche Physiotherapie und Logopädie beinhaltet.

Auch im Angebot: Lehramt

Seit einigen Jahren ist per Gesetz vorgeschrieben, dass die Ausbilder an den Pflegeschulen akademische Abschlüsse vorweisen müssen – eine Regel, die dem Fachbereich Gesundheit mit den pflegepädagogischen Studiengängen einen gehörigen Schub versetzt hat. Ausgebildet werden in Kooperation mit der Universität auch Berufsschullehrer im Fach Gesundheitswissenschaften. Rund 800 Bewerber gebe es regelmäßig für die 50 angebotenen Studienplätze, sagt Dekan Ostermann. Nur an fünf Standorten bundesweit gibt es laut Ostermann ein vergleichbares Angebot. Die Pädagogen unterrichten angehende medizinische Fachangestellte in Praxen oder Kliniken.

Der Trend zur Akademisierung von Pflegeberufen hat sich mittlerweile durchgesetzt, sagt Rüdiger Ostermann: „Pflegedirektor in einem Krankenhaus oder einem Altenheim wird man nicht mehr ohne akademischen Abschluss“, betont er. Wachsen kann der Fachbereich ohne Weiteres aber nicht: In der Pflege gebe es auch Fachkräftemangel bei den Professoren, sagt Ostermann: „Experten mit Promotion sind in diesem Bereich sehr schwer zu finden.“

Veranstaltungen im Jubiläumsjahr

Den Start des Jubiläumsjahres im Januar übernimmt ein Fachtag anlässlich der 20-jährigen Kooperation mit der TÜV Süd Akademie GmbH mit dem Motto „Qualitätsmanagement – Wohin geht der Weg?“ Den Schlusspunkt bildet der Hochschultag der Deutschen Gesellschaft für Pflegewissenschaft. Dazwischen gibt es Vorträge, Workshops, einen Tag der offenen Tür und eine Ausstellung zur Technik in der Gesundheitsversorgung – und natürlich den Festakt. Informationen zu allen Veranstaltungen sind zu finden unter www.fh-muenster.de/msh-jubilaeum.

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