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Partnerschaft besteht seit 35 Jahren

Ghana-Kreis St. Clemens berichtet vom Besuch in Afrika

Münster-Hiltrup

Für zehn Tage haben Ursula Finkelmann, Gaby Lindhauer und Annemarie Wewel in Ghana die Kirchengemeinde St. Martyrs of Uganda besucht. Sie haben sich über laufende Kooperationsprojekte informiert.

Von Helga Kretzschmar

In Sirigu zu Gast waren (v.l.) Gisela Kubina, Annemarie Wewel, Gaby Lindhauer und Ursula Finkelmann Foto: Helga Kretzschmar

Groß ist das Interesse an dem Projekt Sirigu in Nordghana, das der Ghanakreis St. Clemens seit nunmehr 35 Jahren betreibt. Wie sich die Partnerschaft seitdem entwickelt hat, berichten Ursula Finkelmann, Gaby Lindhauer und Annemarie Wewel, die im Januar für zehn Tage die Kirchengemeinde St. Martyrs of Uganda besucht haben.

Während ihres Aufenthaltes wurden die Frauen im Pfarrhaus untergebracht, in dem sie im Gegensatz zu den anderen Stationen weitgehend gute hygienische Verhältnisse vorfanden. Hier fanden auch die herzlichen Gespräche mit den sogenannten Counterparts statt. Und die täglichen Gottesdienstbesuche, die sich im Temperament und mit musikalischer Begleitung deutlich von den Feiern in Europa unterscheiden, wie sie berichteten.

Schulgebäude vor der Fertigstellung

Insgesamt zehn Außenstationen mit sozialen, krankenpflegerischen und schulischen Aufgaben gibt es in Sirigu, die allesamt mit einem großen Engagement betrieben werden. Wie die Grundschule, die vor zwanzig Jahren mithilfe der Hiltruper erbaut wurde und wie die seit fünf Jahren bestehende Mittelschule. Es besteht eine neunjährige Schulpflicht, einmal am Tag gibt es eine Schulspeisung, von der aber nicht alle satt werden. Zurzeit werden ein Büro und drei weitere Schulräume errichtet, 18.000 Euro kommen aus dem Hiltruper Budget für die baldige Fertigstellung.

Seit den 1980er Jahren gibt es das Babies Home, das noch monatlich mit 500 Euro unterstützt wird. Hier werden zwölf Waisenkinder bis zu drei Jahren betreut. Ein Fortschritt, denn früher wurden diese Kinder ausgesetzt, weil der Glaube vorherrschte, dass die Kinder von bösen Geistern heimgesucht worden seien. Nach wie vor ist die Sterberate von Müttern zur Zeit der Geburt enorm hoch, wie die drei Frauen berichteten.

Stipendien für Studenten

Neben dem Babies Home gibt es ein zweites laufendes Projekt, das geeigneten Studenten ein Stipendium von bis zu 10.000 Euro pro Jahr gewährt. Die Gelder würden von der dortigen Pfarre akribisch nachgehalten. „Ohne die Hiltruper Förderung hätten die Studenten nicht anfangen können“, hieß es. Die Hiltruper Gelder werden ausschließlich von Spenden und Flohmarktverkäufen gespeist.

Daneben gibt es weitere kleinere Kooperationen. So unterstützt der Ghanakreis Frauen mit Nahrungsmitteln, ein Jugendlicher druckt T-Shirts, die dann verkauft werden können.

Während der nachmittäglichen Freizeit unterhielten die drei St.-Marien-Frauen die Schulkinder mit Sport und Spiel. Ein Umstand, den die Kinder nicht kennen, da die Eltern mit dem Wenigen, was sie verdienen, für den Unterhalt der Familie sorgen müssen.

Besuch der Festung Cape Coast

Die Reise schlossen die Frauen mit einem Besuch der Festung Cape Coast ab. Beklemmend, wie sie sagten, auch vor dem Hintergrund, dass die an Ketten gelegten Sklaven schon vom Norden Ghanas kommend die 800 Kilometer lange Strecke zu Fuß zurücklegen mussten, ehe sie später nach Übersee verschifft wurden.

Am 26. März feiert der Ghanakreis seinen „Partnerschaftssonntag 35 Jahre St. Marien“ mit einem bunten Programm. Beginn ist um 10 Uhr mit einem Gottesdienst.

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