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Bischof Dr. Felix Genn spricht zu Hunderten Gläubigen

Große Prozession mit Bekenntnis zu Frieden und Bewahrung der Schöpfung

Münster

Von der Lamberti-Kirche bis zum Paulus-Dom führte am Sonntag die Große Prozession, die dieses Mal ganz im Zeichen des Ukraine-Krieges stand. Dort angekommen sprach Bischof Dr. Felix Genn zu den Gläubigen.

Von Helmut P. Etzkorn

Unter besonderer Mitwirkung der ukrainischen Gemeinde fand am Sonntag die traditionsreiche Große Prozession statt. Foto: hpe

„Das Volk der Ukraine hat den Anspruch auf einen gerechten Frieden“, so Bischof Dr. Felix Genn am Sonntag im Paulus-Dom zum Abschluss der Großen Prozession durch die Altstadt, die diesmal ganz im Zeichen des Ukraine-Krieges stand. Genn: „Ein Friede, bei dem der Sieger die Bedingungen diktiert, birgt in sich Keime des Unfriedens, neuer Gewalt, neuen Terrors und eines neuen Krieges.“ Das sei dann „kein wirklicher Frieden“, so das Bistumsoberhaupt vor Hunderten Gläubigen im Dom. Sehr dankbar sei er für die große Bewegung der Solidarität mit den Geflüchteten. Auch weil man zeitgleich bereit sei, selbst Einschränkungen hinzunehmen. Genn hofft, dass der Zusammenhalt nicht von kurzer Dauer ist, sondern auch in noch schwereren Zeiten, wenn alle Menschen in Deutschland die Folgen des Krieges hautnah spüren würden, anhalten werde.

Genn geht auch auf die aktuellen Schlagzeilen ein

Am Ende allerdings dürfe die Solidarität mit den Menschen in der Ukraine nicht gegen eine Solidarität mit den Armen und Schwachen in unserer Gesellschaft ausgespielt werden, mahnte der Bischof. Er warb dafür, „zu verzichten und sich einzuschränken“. Man müsse jetzt zusammenstehen, da „wir ohne Verzicht weder den Herbst bestehen, noch für die Bewahrung der Schöpfung etwas Nachhaltiges bewirken können“.

Genn ging auch auf die aktuellen Schlagzeilen ein, die nicht nur in Münster bei vielen Gläubigen das Vertrauen in die Kirche erschüttert hat. Der Bischof: „Was wir beim sexuellen Missbrauch wahrnehmen müssen, ist tatsächlich auch ein Krieg gegen das Leben junger Menschen. Sexueller Missbrauch hat den Frieden zerstört, hat Leben zerstört.“

Große Prozession

Die Chor- und Instrumentalensembles Lamberti Scholars und „blechgewand(t)“ bereicherten den Vormittag musikalisch. An der Prozession nahmen auch Chargierte, Ordenschristen, Klerus, Domkapitel, Verbände und muttersprachliche Gemeinden teil. Die Zahl der teilnehmen Mitglieder aus Rat und Verwaltung ist seit vielen Jahren stark rückläufig.

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