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Bürgerwerkstatt im Stein-Gymnasium

Gute Gedanken zu neuen Quartieren

Münster

Wenn eine Stadt zwei neue Quartiere plant, sollte sie gut darüber nachdenken. Bei einer Bürgerwerkstatt setzten sich jetzt Anlieger und Experten mit den Themen Verkehr, Arbeit, Vielfalt und Nachhaltigkeit auseinander.

Von Timo Gemmeke

Dr. Wolfgang Haensch aus Köln erläuterte die Pläne im Bereich „Urbanes Arbeiten und Innovation“. Foto: Timo Gemmeke

In Münsters Westen sollen in den kommenden Jahren zwei neue Stadtquartiere entstehen. Eines südwestlich der Steinfurter Straße, das andere westlich der Busso-Peus-Straße. Die Stadt will im besten Fall bis zu 2700 neue Wohnungen und bis zu 6700 Arbeitsplätze schaffen. Wie kann das mit Blick auf das soziale und ökologische Klima gelingen?

Mit dieser Frage beschäftigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer Bürgerwerkstatt im Freiherr-vom-Stein-Gymnasium. Gemeinsam mit Stadtplanungsexperten aus ganz Europa arbeiteten sie zu vier Aspekten Ideen heraus.

ÖPNV nicht nur in Richtung Innenstadt

Thema 1: „Öffentlicher Raum und Mobilität“. Flexibel und vielseitig genutzter öffentlicher Raum, Ausbau des ÖPNV und eine bessere Vernetzung der Quartiere untereinander – das sind die Ziele, an denen sich die Stadt Münster orientieren soll. Flexibilität ist das Stichwort: Verkehr soll nicht mehr in Kategorien wie motorisierter Individual- oder Radverkehr gedacht, Flächen nicht mehr in Bildung, Freizeit oder Beruf eingeteilt werden. Wichtig sei auch, die Quartiere zu vernetzen und den ÖPNV nicht nur in Richtung Innenstadt zu zentralisieren. Für das Quartier an der Steinfurter Straße schlägt Prof. Bettina Mons von der FH Bielefeld die Schaffung einer neuen E-Buslinie vor. Zusätzlich sollen Umsteigemöglichkeiten vom Auto auf ÖPNV oder Leihräder den einfallenden Verkehr möglichst draußen halten.

Thema 2: „Urbanes Arbeiten und Innovation“. Orte der Begegnung zu schaffen, die Arbeit und Freizeit positiv kombinieren – dieser Gedanke soll die zwei Quartiere prägen. Eine Schnittstelle könnte beispielsweise die Gastronomie bilden, in der beide Welten aufeinandertreffen können, so Dr. Wolfgang Haensch aus Köln.

Wohnraum für ein ganzes Leben

Thema 3: „Vielfalt und Zusammenleben“. Gesellschaftlich betrachtet sollen die beiden Modellquartiere vor allem eine gemeinsame Identität schaffen, Freiräume wahren und Begegnungen ermöglichen. Das hat die Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Petra Teitscheid (FH Münster), Integrationsmanagerin Nadine Ratdke (Berlin) und Managerin Svenja Hennig (Köln) herausgearbeitet. In den Quartieren sollen „Wohn- und Lebensräume für ein ganzes Leben“ geschaffen werden.

Thema 4: „Landschaft und Nachhaltigkeit“. In den neuen Quartieren soll das Klima lokal wie global geschützt werden. Global gedacht sollen Materialien und Energie am besten aus nächster Nähe kommen, etwa durch ein potenzielles Geothermiekraftwerk. Aus lokaler Perspektive sollen möglichst wenige Flächen versiegelt werden, so Matthias Rammig, Klimaingenieur aus Stuttgart. Es müsse natürliche Strukturengeben.

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