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Landtagswahl 2022 NRW: Münster

Wahlkampf von Robert Habeck bei Regen und in Zeiten des Ukraine-Krieges

Münster

Das Wetter meinte es nicht gut mit den Grünen, als diese mit Wirtschaftsminister Robert Habeck ihre zentrale Wahlkampfkundgebung auf dem Domplatz veranstalteten. Aber Politik in Zeiten des Ukraine-Krieges ist ohnehin nichts für Schönwetter-Politiker, so die Botschaft...

Von Klaus Baumeister

Wahlkampf mit Robert Habeck Foto: Oliver Werner

20 Minuten lang spricht Robert Habeck auf dem Domplatz. 20 Minuten lang erduldet er oder – je nach Sichtweise – ignoriert er das Pfeifen der Demonstranten. Erst als die Fragerunde beginnt, geht der grüne Spitzenpolitiker auf die Menschen ein, die hinten auf dem Domplatz riesige Buchstaben hochhalten, die das Wort „Militarist“ ergeben.

„Ja, eine Welt ohne Waffen ist eine bessere Welt“, spricht der Vizekanzler mit grünem Parteibuch die Kritiker direkt an. Aber auch das „hehre Prinzip des Pazifismus“ müsse sich an der Realität messen lassen. Und die Realität wird aktuell bestimmt vom brutalen Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine.

2000 Menschen auf dem Domplatz

Es ist ist Wahlkampf in Nordrhein-Westfalen. Rund 2000 Zuhörer, so die Schätzung der Polizei, haben sich an diesem Montagnachmittag zur zentralen Wahlkampfkundgebung der münsterischen Grünen auf dem Domplatz versammelt. Die drei Direktkandidaten – Josefine Paul, Robin Korte und Dorothea Deppermann – stellen sich vor, ebenso die Spitzenkandidatin der NRW-Grünen, Mona Neubaur, die während ihrer Auftritts dem Dauerregen trotzt.

Als erfahrene Wahlkämpferin weiß die Düsseldorferin genau, wie man die eigene Basis motiviert. Sie schwärmt – unter riesigem Applaus – von einem Wahlabend am 15. Mai, an dem die AfD an der Fünf-Prozent-Hürde scheitere.

Grünen-Politiker, Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck in Münster

Die Wahlkampfveranstaltung bekommt einen dezidiert lokalen Bezug, als Josefine Paul zahlreichen Bediensteten des Universitätsklinikums Münster, die auf den Domplatz geströmt sind, einen besseren Tarifvertrag verspricht, sollten die Grünen eine Regierungsbeteiligung in Düsseldorf erlangen.

„Die Leichtigkeit ist weg“

Kandidat Robin Korte wiederum mahnt die Energiewende an. Sie sei nicht nur erforderlich, um die Klimakatastrophe zu verhindern. Regenerative Energien seien auch die zentrale Voraussetzung dafür, um sich aus der Gas-Abhängigkeit vom Diktator Putin lösen zu können.

Voller Domplatz beim Habeck-Besuch in Münster Foto: Martin Ellerich

Während die Kandidaten reihum auf der Bühne zu Wort kommen, sitzt Robert Habeck – gekleidet in Jeans und blauem Blouson – auf einem Papphocker in der ersten Reihe und unterhält sich mit seinen Sitznachbarn, etwa dem Kreisvorsitzenden Jörg Rostek oder dem Hiltruper Bezirksbürgermeister Wilfried Stein.

Gleichwohl: Irgendetwas ist anders an diesem Nachmittag. Anders als beim letzten Habeck-Auftritt vor der Bundestagswahl im Herbst 2021. Die Stimmung hat sich geändert. Robert Habeck spricht es aus: „Die Leichtigkeit ist weg.“

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