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Online-Umfrage läuft noch bis zum 12. Juni

Halbzeit beim „Leezenflow“

Münster

Seit zwei Wochen läuft das Projekt „Leezenflow“, das auf der Promenade eine Grüne Welle für Radfahrer ermöglichen soll. Die Verantwortlichen zogen am Dienstag eine erste Zwischenbilanz.

Von Martin Kalitschkeund

Dr. André Wolf (l.) und Dr. Thomas Terstiege (r.) mit dem Team vom Leezenflow-Projekt. Foto: kal

Halbzeit beim „Leezenflow“: Seit zwei Wochen hängt das Display, das Radfahrern nach dem Wunsch der Stadt eine grüne Welle ermöglichen soll, zwischen Mauritzstraße und Hörstertor an einer Promenaden-Laterne. Wie Dr. André Wolf von der Stabsstelle „Smart City Münster“ am Dienstag berichtete, haben bereits 125 Radler an einer Online-Befragung teilgenommen und Wünsche und Kritik zu dem innovativen Projekt formuliert. Die Umfrage läuft noch bis zum 12. Juni, ein QR-Code auf den Hinweisschildern vor und hinter dem Display öffnet die entsprechende Seite.

Wolf macht ein großes Interesse an dem Projekt aus. Es seien schon etliche Vorschläge für weitere Display-Standorte eingegangen – darunter Weseler und Hammer Straße sowie die Velorouten. „Außerdem an Stellen, an denen Ampeln schlecht einsehbar oder die Grünphasen nur kurz sind“, erläutert Philipp Oeinck vom Amt für Mobilität und Tiefbau. Das Display an der Promenade weist rund 100 Meter vor der Fahrradampel am Hörstertor auf die dortige Ampelschaltung hin. Damit können Radfahrer bereits vor Erreichen der Ampel abschätzen, ob sie es noch bei Grün schaffen – oder nicht.

Stadt hat 40 000 Euro investiert

40 000 Euro hat die Stadt in den Verkehrsversuch investiert. Der Grüne-Welle-Assistent – so der offizielle Name – sei auch schon in anderen Städten auf großes Interesse gestoßen, so Wolf. Dr. Jan Wessel von Institut für Verkehrswissenschaft der WWU betont, dass die in Münster entwickelte Software künftig frei zugänglich sein werde. Andere Städte müssen also praktisch nur noch die Hardware anschaffen, wenn sie dem Beispiel Münsters folgen wollen.

Doch noch muss sich das neue System erst einmal bewähren. „Eine Zustimmung von 20 Prozent wäre wohl nicht ausreichend, um dieses System auch anderswo in der Stadt zu installieren“, sagt Oeinck. Eine deutlich positivere Resonanz scheint sich allerdings bereits jetzt abzuzeichnen.

Auch kritische Anmerkungen

Unter den kritischen Anmerkungen sei unter anderem die Frage gewesen, warum auf dem Display kein Countdown bis zur nächsten Rot- oder Grünphase heruntergezählt wird, berichtet Dr. Thomas Terstiege von „Smart City“. Die Stadt habe nicht nur aus technischen Gründen darauf verzichtet, betont er. Ein Test mit einem Countdown-Display in Hamburg habe zudem zur Folge gehabt, dass die Unfallgefahr stieg, weil sowohl Radler als auch Fußgänger noch schnell bei Grün durchkommen wollten.

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