Veranstaltung mit Minister Laumann im HBZ

Handwerk sorgt sich um Nachwuchs und Fachkräfte

Münster

Das Handwerk sorgt sich um Nachwuchs und Fachkräfte. Das ist eines der Ergebnisse einer Diskussionsveranstaltung im Bildungszentrum der Handwerkskammer, an der unter anderem NRW-Arbeitsminister Laumann teilnahm.

Diskutierten im Gebäude der Handwerkskammer (v.l.): Karl-Josef . Foto: WHKT

Das Handwerk sorgt sich um fehlende Nachwuchs- und Fachkräfte. Gemeinsam haben Westdeutscher Handwerkskammertag (WHKT), Kolpingwerk und DGB am Donnerstag bei einer Veranstaltung in Münster deutlich gemacht: Nachwuchssicherung ist für das Handwerk essenziell. Notwendig dafür seien gute Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen, für die Tarifverträge eine wichtige Rolle spielen, heißt es in einer Pressemitteilung. 150 Personen nahmen teil.

Mit der gemeinsamen Veranstaltung im Handwerkskammer Bildungszentrum (HBZ) Münster, die der CDU-Landtagsabgeordnete Stefan Nacke als Kolpingwerg-Vertreter nach Münster geholt hatte, wollten die Veranstalter den aktuellen Stand der Tarifpartnerschaft im Handwerk beleuchten und diesem wichtigen Thema damit eine gemeinsame Plattform geben. Welchen besonderen Herausforderungen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber im Handwerk gegenübersehen, war eine der zentralen Fragen. Zu den Rednerinnen und Rednern gehörte NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann.

Starke Tarifpartnerschaft als wichtiger Baustein

Der Konsens in Münster war deutlich: Eine starke Tarifpartnerschaft ist ein wichtiger Baustein auch für die Zukunftssicherung der Handwerksbranchen. Eine Stärkung der Tarifbindung stärkt das Handwerk selbst. Tarifverträge sichern gute Arbeitsbedingungen, faire Löhne und Perspektiven für Nachwuchskräfte und ermöglichen einen fairen Wettbewerb über Leistung und gute Arbeit. Laumann betonte: „Es ist vollkommen klar: Ohne Handwerk würde unser Land stillstehen. Deswegen ist es essenziell, auch für mich als Arbeitsminister, dass das Handwerk zukünftig weiterhin für den Fachkräftenachwuchs attraktiv bleibt. Dazu ist neben guten Arbeitsbedingungen auch eine faire Vergütung wichtig.

„Auch Politik muss Beitrag leisten“

Anja Weber, Vorsitzende DGB NRW, betonte: „Für uns Gewerkschaften ist klar: Wir müssen gute Arbeit im Handwerk realisieren. Nur dann ist das Handwerk zukunftsfähig. Wenn der Wettbewerb nur über die Löhne ausgetragen wird, verlieren alle – die Beschäftigten und die Handwerksunternehmen. Von der Politik erwarten wir, dass sie ihren Beitrag leistet. Die Vergabe öffentlicher Aufträge sollte an tarifliche Standards gebunden werden.

Hans Hund, Präsident des WHKT und der Handwerkskammer Münster, sagte: „Als Handwerkskammern sind wir bei der Tariffindung natürlich strikt neutral, das ist Sache der Tarifpartner. Wichtig ist uns aber, dass alle Themen in den Blick genommen werden, die zur Fachkräftesicherung im Handwerk beitragen.“

Dr. Stefan Nacke betonte: „Damit junge Menschen zur Fachkräftesicherung gewonnen werden können und sich für einen Berufsweg im Handwerk entscheiden, brauchen sie Verlässlichkeit und Verbindlichkeit bei den Verdienstmöglichkeiten.“

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