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Langjährige Leiterin geht in den Ruhestand

Haus der Familie verabschiedet Edith Thier

Münster

Das katholische Bildungsforum „Haus der Familie“ besteht seit über 65 Jahren, die vergangenen 15 Jahre wurde es von Edith Thier geleitet. Die geht nun in den Ruhestand – eine Ära geht zu Ende.

Am 23. Juni wird Edith Thier im Haus der Familie verabschiedet und übergibt das Leitungsamt an Johannes Wilde. Foto: spe

Leidenschaft, Lebensfreude und ein Hauch von Melancholie schwingen mit, wenn Edith Thier von ihrer Arbeit im Haus der Familie erzählt. Nach 15 Jahren an der Spitze des katholischen Bildungsforums im Stadtdekanat übergibt sie zum 23. Juni um 17 Uhr die Leitung an ihren Nachfolger Johannes Wilde.

Als Edith Thier 2007 an den Krummen Timpen kam, war die studierte Religionspädagogin schon sehr berufserfahren: Von 1983 bis 1994 lernte sie in Kolumbien eine völlig neue Lebenswelt kennen. Auch als Leiterin der Familienbildungsstätte Oberhausen (1996 bis 2005) hatte sie eine ganz andere Arbeitsumgebung als im vergleichsweise wohlhabenden Münster. Wichtig ist der 65-Jährigen jedoch vor allem eins: „Man muss Spaß daran haben, mit Menschen zu arbeiten.“

Menschen aus prekären Verhältnissen erreichen

Seit 2007 habe sich im Haus der Familie unglaublich viel verändert – auch wenn es damals längst nicht mehr die „Mütterschule“ des Gründungsjahrs 1956 war. Geschlechterrollen haben sich verändert, Arbeitszeiten wurden flexibler. Vor allem aber: „Familienbildung hat sich auf den Weg gemacht, um Menschen aus prekären Verhältnissen vor Ort zu erreichen.“ In der Fluchtkrise des Jahres 2015 entstanden neue Angebote; das Haus der Familie setzt einen Schwerpunkt auf interkulturelle und -religiöse Arbeit.

Auch künftig digitales Angebot

Corona war der tiefste Einschnitt. Quasi über Nacht musste ein digitales Angebot eingerichtet werden. Vom großen Erfolg scheint Edith Thier selbst ein wenig überrascht: Einige Formate, wie etwa „Elterngespräche“ werden auch künftig digital angeboten. Eltern-Kind-Kurse, Schwangerschafts-Begleitung oder Trauerkreise können freilich auf den persönlich Austausch nicht verzichten: „Das sind keine Onlineformate.“

Was bringt die Zukunft dem Haus der Familie? Noch mehr Digitalisierung, meint Edith Thier. Mehr aufsuchende Arbeit in den Stadtteilen. Und sollte Corona wiederkommen: ein gut vorbereitetes Team, das aktualisierte Coronaschutzverordnungen zu lesen versteht.

Edith Thier selbst stellt sich im Herbst einer völlig neuen Aufgabe: dem ersten Enkelkind . . .

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