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„Pro Filia“: Götz Alsmann versteigert Kunstwerke für Mädchen in Indien

Heitere Auktion – ernster Anlass

Münster

„Die Mädchen, denen wir helfen, sind meist zwischen 14 und 16 Jahre alt“, hatte Dr. Johanne Feldkamp, Geschäftsführerin von „Pro filia“, vor der sechsten Kunstauktion des gemeinnützigen Vereins geschildert. Und damit auf einen ernsten Hintergrund verwiesen. Dass die rund 80 Kunstwerke dann aber bei ausgelassener Stimmung unter den Hammer kamen, dafür sorgte Auktionator Götz Alsmann.

Von Klaus Möllersund

Die Versteigerung übernahm Entertainer Götz Alsmann. Über „pro filia“ informierte vor allem Dr. Johanne Feldkamp, Geschäftsführerin des Vereins (l.). Foto: klm

Die Präsentation war lustig gemacht – der Anlass dafür indes ein sehr ernster. Im Hörsaal des Fachbereichs Design der Fachhochschule (FH) auf dem Leonardo-Campus hat der Verein „pro filia“ am Sonntagnachmittag vor großem Publikum rund 80 Bilder von 37 Künstlern versteigert. Das Geld soll für soziale Projekte eingesetzt werden, durch die „pro filia“ Mächen und junge Frauen aus Nepal vor der Prostitution in Indien bewahren will.

Dieses Ziel hat der Verein schon seit der Gründung vor 14 Jahren. In der Zeit haben fünf Kunst-Versteigerungen stattgefunden. Bei der letzten, im Jahr 2020, seien rund 58 000 Euro eingenommen worden, erklärte FH-Präsident Prof. Dr. Frank Dellmann als Gastgeber vor der Versteigerung.

Kunst und karitativer Zweck kommen zusammen

Als Auktionator konnte „pro filia“ Musiker und Entertainer Götz Alsmann gewinnen. Jeder der etwa 300 Gäste, der mitsteigern wollte, bekam eine Bieternummer, ein 48-seitiger Auktionskatalog lag aus. Unter den Künstlern waren überwiegend Münsteraner, aber auch Kunstschaffende aus Hamburg und dem Ausland, wie zu hören war. Kunst und karitativer Zweck kämen hier zusammen, so Dellmann. Den Auftakt indes machte ein Café-Gutschein im Wert von 50 Euro. „Mit 70 Euro geht es los“, sagte Alsmann. „Nummer 40 bietet für diesen international renommierten Frühstücksgutschein 70 Euro. Da gibt es sogar ´was zu essen“, warb Alsmann augenzwinkernd. Bieter Nummer 6 nannte 90 Euro. Doch Nummer 40 „haut noch 20 Euro drauf“. Endgebot von ihm: 170 Euro. Alsmann baute Gags in seine Moderation ein, um den Anreiz zum Bieten zu steigern.

Es folgten Bilder unter anderem von FH-Studierenden. Mindestgebote lagen nun bereits im drei- bis vierstelligen Euro-Bereich.

Geld für Grenzbeobachter und Schutzhäuser

„Die Mädchen, denen wir helfen, sind meist zwischen 14 und 16 Jahre alt“, hatte Dr. Johanne Feldkamp, Geschäftsführerin von „pro filia“, vor der Auktion geschildert. „Ihnen werden Job-Versprechen oder Heiratswünsche vorgaukelt. Viele überleben die Zeit in der Zwangsprostitution in Indien nicht“, sagte sie. Der Verein finanziere unter anderem für 39 Grenzbeobachterinnen die Gehälter – sie sollen Mädchen von der Reise nach Indien abhalten. Auch unterhalte „pro filia“ vier Schutzhäuser für Mädchen und Frauen, die teils aus Indien zurückgekehrt seien, sowie ein Reha-Zentrum und biete Ausbildungsmöglichkeiten.

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