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WDR-Rundfunkchor überrascht mit „Opern-Flash-Mob“

Heldentenöre auf dem Prinzipalmarkt

Münster

„Nessun dorma“, zu deutsch „niemand schlafe“, lautet die Titelzeile der weltbekannten Arie aus Puccinis Oper Turandot. Der WDR-Rundfunkchor zeigte am Mittwoch mit einem überraschenden Freiluft-Konzert auf dem Prinzipalmarkt, dass die Kunst nach der langen Zeit der Pandemie eindrucksvoll erwacht ist.

Von Karin Völker

Hier ist der Kellner Opern-Tenor: Giovanni da Silva vom WDR-Rundfunkchor schmettert auf dem Prinzipalmarkt die weltbekannte Arie aus Puccinis Oper Turandot.  Foto: Oliver Werner

An einem Tisch sitzt unauffällig wie ein normaler Gast Nicolas Fink, der Chefdirigent des WDR-Rundfunkchors und guckt ein bisschen nervös herüber. Da endlich kommt der Kaffee. Giovanni da Silva tritt aus dem Schatten auf die „Bühne“ der Außenterrasse: „Nessun dorma, nessun dorma!“ hebt der Tenor an und kredenzt dem Dirigenten das Getränk. Da setzt, vierstimmig besetzt, der Tisch nebenan ein.

Oben auf dem Balkon des Stadtweinhauses erhebt ein weiterer Tenor seine Stimme, gegenüber im Haus Oeding-Erdel gehen oben die Fenster auf, und drei Sängerinnen fallen ein, ebenso wie ein vorbeifahrender Radler. Unter den Bögen treten Bariton Richard Logiewa und Sopranistin Insun Min in die Sonne und schmettern die weltbekannte Arie aus Puccinis Oper Turandot.

Passanten bleiben stehen

Radfahrer steigen ab, Passanten bleiben stehen, zücken staunend ihre Handys, produzieren noch mehr Filmmaterial als die Kamerateams des WDR, die das Ereignis festhalten. Der „Flash-Mob“ ist für den Rundfunkchor nicht nur ein Format in Zeiten der Pandemie“ erzählt Richard Logiewa von ähnlichen Auftritten am Kölner Hauptbahnhof und am dortigen Flughafen. „Wir wollen den Menschen in NRW mit solchen Auftritten einfach eine Freude machen“, sagt Carola Anhalt, Managerin des Chores. Und Münsters Prinzipalmarkt sei dafür eben „ein ganz wunderbarer Ort“.

Heimspiel für Altistin Beate Koepp

Für Altistin Beate Koepp ist der Nachmittag ein echtes Heimspiel. Die Eltern der gebürtigen Münsteranerin verfolgen den Auftritt ihrer Tochter sitzend von ihren Rollatoren aus unter den Bögen – vorab informiert über das kleine Opern-Open-Air, das der Chor ganz ohne Verstärkung nach einem Arrangement von Gordon Hamilton singt. Dirigent Nicolas Fink steht am Ende mit seinen 24 Sängerinnen und Sängern mitten auf dem Prinzipalmarkt – umbrandet von begeistertem Applaus.

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