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Cactus-Theater spielt draußen

„Hexenjagd“ auf der Wiese am Alten Zoo

Münster

Aus Angst vor Bestrafung macht ein Gerücht die Runde, und dann folgt die Hexenjagd: Das Cactus-Theater inszenierte das gleichnamige Stück von Arthur Miller.

Von Helmut Jasny

Mit viel Elan wurde die „Hexenjagd“ inszeniert. Foto: Erich Saar

Schauplatz des Geschehens ist Salem, eine kleine Gemeinde im heutigen Bundesstaat Massachusetts. Dort tanzen einige Mädchen nachts im Wald, nackt, wie es heißt, und werden dabei ausgerechnet vom Pastor erwischt. Und weil Salem eine streng puritanische Siedlung ist, müssen sich die Mädchen eine gute Ausrede einfallen lassen. Sie seien verführt worden, sagen sie, von Hexen und Ketzern ist die Rede, und bald wird das halbe Dorf verdächtigt, mit dem Teufel im Bund zu sein. Es kommt zu Prozessen, zu Folterungen und Hinrichtungen – auch dann noch, als allen klar wird, dass das Ganze Humbug ist.

Die Geschichte hat sich Ende des 17. Jahrhunderts wirklich so oder so ähnlich zugetragen und diente dem amerikanischen Dramatiker Arthur Miller als Grundlage für sein 1953 entstandenes Theaterstück „Hexenjagd“, das am Wochenende vom Cactus-Theater auf der Wiese am Alten Zoo aufgeführt wurde. Unter der Regie von Judith Suermann waren neun junge Schauspielerinnen und Schauspieler am Start, um das fatale Spiel von Selbstgerechtigkeit und Verleumdung auf die Bühne zu bringen.

Quadratische Spielfläche als Bühne

Wobei Bühne fast zu viel gesagt ist. Acht quadratische Platten markieren die Spielfläche. Flankiert von dünnen Baumstämmen, die als Garderobe dienen, stellen sie je nach Bedarf den Dorfplatz, den Gerichtssaal oder den Hof von John Proctor dar, einem bodenständigen Bauern, der in ehelicher Treue zwar keinen Preis gewinnt, aber als einziger nicht an den ganzen Hexenzauber glaubt, den die Mädchen in ihrer Angst vor Strafe losgetreten haben.

Bei der Umsetzung hat sich das Ensemble einiges einfallen lassen. Kleiderwechsel auf offener Bühne, chorisches Sprechen, Figurendoppelungen, Erzählerstimme, mitgesprochene Regieanweisungen und ein Chor, der relevante Textstellen wiederholt, sorgen für episches Feeling. Im Hintergrund hackt jemand Holz, während im Vordergrund die zehn Gebote abgefragt werden. Kurzum: Es ist eine originell inszenierte und mit darstellerischem Elan umgesetzte „Hexenjagd“, die hier auf die Beine gestellt wurde.

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