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Rotary Clubs unterstützen Geflüchtete

Hilfe an der offenen Südostflanke Europas

Münster

Mit insgesamt 90.000 Euro haben münsterische Rotary-Clubs die Flüchtlingsarbeit in der Republik Moldau unterstützt. Viele Menschen, die vor dem Krieg in der Ukraine geflohen sind, leben derzeit dort.

Zogen Zwischenbilanz ihrer Moldawienhilfe: Prof. Dr. Klaus Niederdrenk, Jörg Heithoff, Klaus Neidhardt und Barbara Greissinger (v.l.) Foto: pd

Nahrungsmittel, Kühlschränke, aber auch Sportgeräte und Musikinstrumente zur therapeutischen Behandlung traumatisierter Kinder finanzierten zwei münsterische Rotary Clubs in den letzten vier Monaten in der Republik Moldau. Jetzt zogen die Clubs Zwischenbilanz.

„Mit zeitweise bis zu 400.000 Geflüchteten bei 2,6 Millionen Einwohnern war Moldau das Land mit der höchsten Flüchtlingsdichte und ist zugleich eines der ärmsten Länder Europas“, berichtet Projektkoordinator Prof. Dr. Klaus Niederdrenk vom Rotary Club Münster-St. Mauritz.

Schon früh setzten die münsterischen Rotarierinnen und Rotarier auf das kleine Nachbarland der Ukraine, das lange im Windschatten der öffentlichen Aufmerksamkeit segelte. Vier Projekte mit einem Fördervolumen von insgesamt 90.000 Euro stellten eine Taskforce auf die Beine.

„Unbürokratisch und zielgenau“

„Wir haben mit drei Rotary Clubs in der Republik Moldau zusammengearbeitet. Durch deren persönlichen Einsatz vor Ort ging es schnell, unbürokratisch und sehr zielgenau“, berichtet Jörg Heithoff.

Beim größten Projekt kooperierte der Club mit dem RC Münster-Rüschhaus und der Johanniter Auslandshilfe. Mit insgesamt 45.000 Euro ermöglichten die beiden münsterischen Clubs einer gemeinnützigen Küche in Razeni, 30 Kilometer südlich der Hauptstadt Chisinau, mehrere hundert dezentral untergebrachte Flüchtlinge zu versorgen. „Es wurden vorhandene Strukturen genutzt und erweitert“, so Neidhardt. „Dort werden schon seit über drei Monaten Lunchboxen ausgeliefert“, ergänzt Barbara Greissinger.

Kleines Land im Südosten Europas

Auch wenn sich die Lage in der Republik Moldau etwas entspannt, weil große Hilfsorganisationen und staatliche Hilfen zunehmend wirken, wollen die Rotarier in dem kleinen Land im Südosten Europas am Ball bleiben. „Dieser Teil Europas braucht unsere Unterstützung. Das Land könnte zudem schnell das nächste Opfer russischer Aggression werden. Russische Soldaten stehen bereits in Transnistrien“, so Heithoff.

Luk Vocks, Rotarier aus Chisinau, beschreibt die Lage: „Wir alle haben vollgetankte Autos mit gepackten Koffern in der Garage.“

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