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Mentoren-Programm der Stiftung Bürger für Münster

Stiftung leistet Hilfe bei der ersten Berufswahl

Münster

Wenn es darum geht, in der neunten Klasse einen Praktikumsplatz zu finden, der den eigenen Stärken entsprechen könnte, kann das Mentoren-Programm der Stiftung Bürger für Münster helfen – und genau genommen längst nicht nur dabei.

Von Björn Meyer

Leonie Sudholt und Magdalena Wedding Foto: Björn Meyer

Jugendlichen in der Pubertät werden viele Eigenschaften zugesprochen – ein gut ausgeprägtes Beurteilungsvermögen gehört meist weniger dazu. Dennoch erwartet die Gesellschaft, dass sich viele Jugendliche spätestens ab der neunten Klasse so gut selbst einschätzen können, um sich beruflich zu orientieren, in einem Feld also, in dem sie keinerlei Erfahrungen haben. Weil das nicht jedem leicht fällt, gibt es bei der „Stiftung Bürger für Münster“ das Mentoren-Programm. Hier werden Neuntklässler bei der Suche nach der für sie geeigneten Richtung hinsichtlich eines Praktikumsplatzes unterstützt, auch Bewerbungen und Lebensläufe werden mit erfahrenen Mentoren geübt – und das muss nicht alles sein.

Wöchentliche, digitale Treffen

Die 28-jährige Leonie Sudholt, Personalerin am UKM, die zudem noch berufsbegleitend Wirtschaftspsychologie studiert, ist eine der Mentoren und Mentorinnen, die sich darum bemühen, den Lebensweg für junge Menschen zu ebnen. Als sie Ende vergangenen Jahres nach einer ehrenamtlichen Tätigkeit als Ausgleich suchte, sei sie schließlich auf das Mentoren-Programm gestoßen. Einige Monate später hat sie nun schon die ersten zwei Mentee betreut, bei meist digitalen, wöchentlichen Treffen. Als sie die beiden Jugendlichen kennenlernte, hätten die noch so überhaupt nicht gewusst, wo es hingehen solle mit ihnen, erzählt Sudholt und wundert sich nicht: „Ich hatte nach dem Abitur auch überhaupt keine Idee, wo es mit mir hingehen soll.“

Daher stand Sudholt beratend zur Seite, machte aber auch zusätzlich eine eigene Erfahrung, denn: „Die beiden waren auch an meinem Weg interessiert“, berichtet sie. Letztlich profitierten so beide Seiten, weil die Schülerinnen Einblicke in viele mögliche Wege, aber auch Berichte von einem ganz konkreten erhielten, und Sudholt, weil man sich nicht nur gut verstanden hätte, sondern weil ihr diese Erfahrung auch gezeigt habe, wohin sie sich beruflich einmal entwickeln wolle.

Beeindruckender Lebensweg

Dass häufig beide Seiten profitieren, berichtet auch Magdalena Wedding, die das Mentoren-Programm betreut und mehr publik möchte, aber auch selbst als Mentorin agiert. Sie habe zuletzt ein Mädchen aus Syrien betreut. Es sei beeindruckend gewesen zu erfahren, was dieses Mädchen nicht nur hinter sich habe, sondern auch hier leisten müsse, erzählt Wedding.

Doch nur durch Empathie gehe es nicht, das betont Wedding: „Die Schüler und Schülerinnen müssen das wollen, denn das Ganze braucht eine gewisse Ernsthaftigkeit.“ Übrigens nicht nur von den Schülern selbst, auch die Berufskoordinatoren an den Schulen, derzeit arbeit das Mentoren-Programm mit der Erna-de-Vries-Realschule, der Realschule im Kreuzviertel, der Geschwister-Scholl-Realschule sowie der Mathilde-Anneke-Gesamtschule zusammen, nimmt Wedding gleich mit in die Pflicht. Doch ebenso wichtig dabei: Mentoren und Mentee lernen sich zunächst kennen, denn bei aller Ernsthaftigkeit – ohne eine gegenseitige Sympathie geht es eben auch nicht. Wedding wünscht sich zudem noch Kooperationen, mit Universität und FH, denn nicht nur nach hilfsbedürftigen Jugendlichen wird gesucht, auch Mentoren sind immer willkommen.

Kontakt zum Mentorenprogramm über die Stiftung Bürger für Münster: kontakt@buerger-fuer-muenster.de

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