1. www.muensterschezeitung.de
  2. >
  3. Lokales
  4. >
  5. Muenster
  6. >
  7. Hilfe für Menschen mit Corona-Spätfolgen

  8. >

Uni-Klinik plant neue Ambulanz

Hilfe für Menschen mit Corona-Spätfolgen

Münster

Müdigkeit oder Aufmerksamkeitsdefizite: Spätfolgen einer Corona-Infektion beschäftigten nicht wenige Menschen, die die eigentliche Infektion überstanden haben. Am Universitätsklinikum in Münster bekommen sie ab September weitere Hilfe.

Von Dirk Anger

Das Universitätsklinikum Münster eröffnet im September eine neue Ambulanz, die sich auch an Menschen richtet, die unter den Spätfolgen einer Corona-Infektion leiden. Foto: IMAGO/Rüdiger Wölk

Es ist der lange Schatten des Corona-Virus, der nach einer überstandenen Infektion manchen Menschen noch Wochen, bisweilen sogar Monate später beschwert. Müdigkeit und Erschöpfung sind einige solcher inzwischen bekannten Anzeichen, die an die Covid-19-Erkrankung über das eigentliche Stadium hinaus erinnern. Auch kognitive Einschränkungen zählen dazu, wie Anja Wengenroth, Sprecherin des Universitätsklinikums Münster (UKM), sagt.

Unter anderem für Patienten, die im Zuge einer Corona-Infektion intensivmedizinisch behandelt werden mussten und noch an den Langzeitfolgen laborieren, soll es ab September eine neue Anlaufstelle beim UKM geben: Eine sogenannte Post-Intensiv-Ambulanz will sich den Long- oder Post-Covid-Patienten genauso annehmen wie anderen, die nach einer Behandlung auf einer Intensivstation mit ihren Spätfolgen kämpfen. Schließlich seien bei beiden Patienten-Gruppen gleiche Symptome und Auffälligkeiten festzustellen, erklärte Wengenroth.

Zusammenarbeit mit Neurologen

Die neue Ambulanz, die in wenigen Wochen öffnet, ist nach den Worten der UKM-Sprecherin schon länger angedacht worden. Am Konzept arbeitet laut Wengenroth Oberärztin Dr. Melanie Meersch. Dabei wird ein interdisziplinärer Ansatz verfolgt, der etwa die Einbeziehung von Neurologen ermöglicht, wie es aus dem UKM heißt.

Jüngste Forschungsergebnisse, die auf der Jahreskonferenz der internationalen Alzheimer-Gesellschaft vorgestellt wurden, zeigen einer Mitteilung zufolge einen Zusammenhang zwischen Covid-19 und anhaltenden kognitiven Defiziten, einschließlich der Beschleunigung der Pathologie und Symptome der Alzheimer-Krankheit. Vermehrt seien auch Geruchs- und Geschmacksverlust festgestellt worden, heißt es weiter.

In Nordrhein-Westfalen gibt es inzwischen mehrere Post-Covid-Ambulanzen und -Sprechstunden, die sich besonders mit den Corona-Langzeitfolgen und ihrer Behandlung beschäftigen.

Startseite