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Preußen-Fans beim Public Viewing im Jovel

Hochspannung ohne Happy End

Münster

Auch ohne Welt- oder Europameisterschaft in diesem Sommer konnten Fans jetzt wieder einmal in den Genuss eines Public-Viewing-Events kommen. Im wichtigen Spiel um den Aufstieg reiste Preußen Münster am Freitag nach Wiedenbrück zum SC. Zu den rund 700 Preußen-Fans im Stadion gesellte sich noch das gerammelt volle Jovel.

Von Johan Sühling

Bei den Preußen-Fans im Jovel wuchs die Anspannung im Verlauf des Spiels immer mehr. Foto: Johan Sühling

Bereits im Vorverkauf gingen laut den Preußen mehr als 500 Tickets an Fans, die auch ohne Auswärtsreise ihr Team unterstützen wollten. Ein Umstand, der auch Streaminganbieter SportTotal nicht verborgen blieb. Gleich zu Beginn grüßte der Kommentator explizit die Public Viewing-Gäste. Die ohnehin ausgelassene Stimmung stieg damit natürlich noch weiter.

Doch auch im Zeitalter des Streamings läuft nicht immer alles glatt: In der zehnten Spielminute stürzte der Stream ab. Leichte Frustration machte sich breit. Das Problem hingegen war schnell behoben, allerdings mussten die Fans nun mit ein- bis zweiminütiger Verzögerung klarkommen. Technisch versierte Zuschauer warfen natürlich den Live-Ticker unserer Zeitung an, um ein bisschen in die Zukunft zu blicken. Dort sahen sie – tja, zunächst einmal nicht viel. Die erste Hälfte blieb highlightarm und das wirkte sich auch auf die Stimmung aus.

Passend kurz vor der Halbzeitpause zogen die Preußen doch noch einmal das Tempo an und kamen durch Alexander Langlitz (39.) und Gerrit Wegkamp (41.) zu ersten Torchancen. Mit diesen stieg auch wieder die Euphorie bei den Gästen im Jovel. Ein Tor hätte schließlich gereicht, um dem Aufstieg ein ganzes Stückchen näherzukommen. Doch in der zweiten Hälfte war immer mehr die Anspannung zu spüren. Nicht nur bei den Adlerträgern auf dem Feld, sondern auch bei den Fans vor dem Bildschirm. Fangesänge wurden kaum noch angestimmt, stattdessen herrschten Nervosität und die Hoffnung, dass endlich dieses verflixte Tor fallen würde.

Gleich zu Beginn des Spiels hatte der Kommentator explizit die Public Viewing-Gäste gegrüßt. Foto: Johan Sühling

Die Spannung erreichte den Siedepunkt, als der Wiedenbrücker Oliver Zech nach wiederholtem Foulspiel mit Gelb-Rot des Platzes verwiesen wurde und Luke Hemmerich den darauffolgenden Freistoß an den Pfosten setzte (73.). Auf einmal war das Jovel wieder da und peitschte die Preußen nach vorne. Angriffswelle um Angriffswelle rollte, langer Ball um langer Ball flogen in die Hälfte des SC Wiedenbrück, doch so richtig gefährlich wurde es nicht mehr, vor allem auch da die Münsteraner die Bälle doch zu leichtfertig herschenkten.

Ernüchterung griff um sich. Enttäuschte Blicke, soweit das Auge reichte. Keine Pfiffe, keine aufbauenden Gesänge, nach Spielschluss herrschte nur bedrückte Stille im Jovel. Die Music Hall leerte sich ruckzuck. Nun hat Rot-Weiß Essen mit einem Sieg am Samstag die Chance, die Preußen vom Aufstiegsplatz zu verdrängen.

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