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Klavierwettbewerb „Piano“

Hohe Virtuosität und musikalische Gestaltungskraft

Münster

Beim „Piano-Klavierwettbewerb wurden Förderpreise verliehen – drei junge Virtuosen aus Korea siegten.

Von Chr. Schulte im Walde

Die Preisträger (v.l.): Doowhan Lee (3. Preis), Dahea Joung (2. Preis), Ute Cewe (Stiftung Münster), Kyuho Han (1. Preis) Foto: cws

Es gab viel, viel Applaus. Und reichlich Blumen. Doch am wichtigsten waren am Sonntag in Münsters großem Hörsaal die Förderpreise, die beim „Piano! Klavierwettbewerb“ vergeben wurden. Kyuho Han heißt der Gewinner, der sich über 5000 Euro und eine professionelle Videoproduktion freuen darf. Der 27-Jährige hatte die Jury tags zuvor mit grandiosen Interpretationen von Ravels „Gaspard de la nuit“ und Schumanns „Kreisleriana“ überzeugt. Den mit 2000 Euro dotierten zweiten Platz erspielte sich Dahea Joung, und Doowhan Lee darf sich über den dritten Platz und ein Preisgeld von 1000 Euro freuen.

Alle drei Preisträger stammen aus Südkorea und studieren an der Musikhochschule Münster, die mit mehr als 100 Studierenden in verschiedenen Klavierklassen schon so etwas wie eine Pianistenschmiede ist. Hier noch einmal die derzeit Besten zu fördern, ist die Intention des „Piano!“-Wettbewerbs, der ursprünglich bereits im vergangenen Jahr hätte stattfinden sollen. Nun also mit einem Jahr Verspätung und „nur“ in kleinerem Rahmen als Hochschulwettbewerb.

Künstlerisches Niveau enorm hoch

Aber einer, der es in sich hatte. Denn das künstlerische Niveau der 18 Teilnehmer sei, so die sechs Jury-Mitglieder übereinstimmend, enorm hoch gewesen. Was die interessierte Öffentlichkeit zunächst in der ersten Runde am Freitag zur Kenntnis nehmen konnte, am Samstag dann erneut beim Wettstreit der sechs Finalisten, die jeweils ein einstündiges Programm zu absolvieren hatten. Natürlich gab es da neben Beethoven und Chopin auch viel „Tastendonner“ von Liszt oder Rachmaninoff, bei dem es auf technische Meisterschaft ankam. Gleichwohl ging es nicht nur um hohe Virtuosität, sondern auch um musikalische Gestaltungskraft, wie Dahea Joung sie in Enrique Granados‘ „Tränen der Maja“ unterstrich. Oder Doowhan Lee mit Debussys zauberhaften „Preludes“.

Stiftung Münster war treibende Kraft

Treibende Kraft dieses neuen Wettbewerbs war die „Stiftung Münster“ der Sparda-Bank West, die 2018 unverhofft von einer Erbschaft profitieren durfte. Zwei hochkarätige Flügel eines Erblassers fielen ihr zu, auch ein hübsches Sümmchen Geld. Die beiden Instrumente inspirierten dazu, vielversprechende Begabungen an der Musikhochschule zu unterstützen.

Nach dem Wettbewerb ist vor dem Wettbewerb: „Piano!“ geht in zwei Jahren in die zweite Runde. „Dann werden wir Bewerberinnen und Bewerber aus ganz Nordrhein-Westfalen einladen“, so Prof. Peter von Wienhardt, der das Preisträgerkonzert am Sonntag moderierte. 

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