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Kunstausstellung im Krameramtshaus

Holzvögel und Betonbäume

Münster

Eigentlich sollte die Ausstellung schon im vergangenen Jahr präsentiert werden, doch die Corona-Pandemie machte den Künstlerinnen aus den Ateliers Hoppengarten einen Strich durch die Rechnung. Nun präsentieren sie aber ihre Werke im Haus der Niederlande im Krameramtshaus.

Von Jan-David Runte

Theresa Potente (v.l.), Lisa Schlosser und Inga Leugers stellen zusammen mit drei anderen Künstlerinnen des Ateliers Hoppengarten ihre Werke im Krameramtshaus aus. Foto: Jan-David Runte

„Wir finden stadt!“ Sie haben den Sprung vom Atelier in die Stadt geschafft. Eigentlich sollte die Ausstellung von sechs Künstlerinnen aus den Ateliers Hoppengarten bereits letztes Jahr im Zunftsaal im Haus der Niederlande stattfinden, aber Corona hatte ihnen einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Nun können die Künstlerinnen ihre Werke mit einem Jahr Verspätung doch noch „in der Stadt“ präsentieren. Und dabei sind einige der Kunstwerke brandneu: Inga Leugers hat ihre ab­strakten Skulpturen aus Stein und Beton dieses Jahr hergestellt. In den letzten eineinhalb Jahren haben die sechs Künstlerinnen viel Zeit im Atelier verbracht. Drei der sechs arbeiten zusammen in einem Gemeinschaftsatelier. „Teilweise hatten wir zehn Projekte gleichzeitig“, sagt Lisa Schlosser.

Klimakrise ist ihr Thema

In ihren Werken beschäftigt sie sich hauptsächlich mit der Klimakrise: Eine Stadt aus Milchpackungen oder einen einbetonierten Baum aus Pappmaché sieht man bei ihr. Schlosser modelliert am liebsten dreidimensionale Figuren. Für sie und die anderen fünf Künstlerinnen ist es die erste klassische Ausstellung seit über eineinhalb Jahren.

Da die Schau 2020 nicht stattfand, konnte Theresa Potente sich für ihren Vogelschwarm viel Zeit nehmen. Ein Dreivierteljahr saß sie an den Figuren. „Das Motiv schwirrt schon seit Ewigkeiten in meinem Kopf herum“, sagt sie. Bereits in ihrer Schulzeit habe sie diese Vögel gezeichnet. „Eigentlich hätte ich sie gerne an Seile gehängt.“ Dann wäre die Illusion perfekt, aber im Zunftsaal könne man keine Veränderungen des Raumes vornehmen. Stattdessen „fliegen“ sie jetzt auf Alustäben, die in Kopfsteinpflaster-Steine versenkt sind. 50 Vögel hat sie aus Baumstämmen gesägt – vielleicht auch etwas mehr, genau gezählt hat sie die Vögel nicht: „Das überlasse ich anderen.“

Ausstellung läuft bis zum 11. September

Wer die Vögel gerne zählen möchte, kann ab heute ins Haus der Niederlande im Krameramtshaus, Alter Steinweg 6/7, kommen. Bis zum 11. September sind dort die Werke der Künstlerinnen, zu denen auch Claudia Alfers, Susan Gretz und Iris Palandt zählen, aus den Ateliers Hoppengarten ausgestellt. Der Eintritt ist frei. Es dürfen maximal fünf Personen gleichzeitig in den Saal.

Wer mit den Künstlerinnen ins Gespräch kommen möchte, kann vom 17. bis 19. September beim Offenen Atelier Hoppengarten vorbeischauen.

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