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Zum Weltkrebstag 2022: UKM-Experten beantworten im Live-Talk Fragen

Immuntherapie: Hoffnungsträger bei Krebs

Münster

Rund 500 000 neue Diagnosen jedes Jahr, fast 240 000 Tote: Keine Frage – Krebs ist eine der aggressivsten Krankheiten überhaupt. In jüngster Zeit verknüpfen Mediziner aber immer wieder einen Begriff mit der Hoffnung, den Krebs besiegen zu können: Immuntherapie. Was es damit auf sich hat, ist Thema der nächsten „UKM-Sprechstunde“ am Dienstag.

Informieren am 1. Februar in einer virtuellen Veranstaltung über den Einsatz der Immuntherapie bei Krebs und stehen für Fragen von Betroffenen oder Angehörigen zur Verfügung: Prof. Georg Lenz und Prof. Annalen Bleckmann. Foto: UKM/Wibberg

Weniger Nebenwirkungen und höhere Lebensqualität: Die Vorteile der Immuntherapie bei Krebserkrankungen klingen vielversprechend. Doch bei welchen Krebsarten kommt sie zum Einsatz und wird sie ergänzend zur Chemo- und Strahlentherapie eingesetzt oder können Patientinnen und Patienten alleinig auf die Immuntherapie setzen?

All das ist Thema der nächsten „UKM-Sprechstunde“ zum diesjährigen Weltkrebstag. Der Online-Talk, der live aus dem Universitätsklinikum übertragen wird, findet am Dienstag (1. Februar) um 18 Uhr statt.

Krebs ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Allein 239 600 Menschen starben laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2020 an der tückischen Krankheit, rund 500 000 Menschen werden hierzulande jedes Jahr neu mit der Diagnose Krebs konfrontiert.

Mediziner optimistischer als noch vor zehn Jahren

„Auch wenn diese Zahlen für viele beängstigend wirken, sind wir Mediziner und Wissenschaftler optimistischer als noch vor zehn Jahren, denn dank der Erkenntnisse aus Forschung und Klinik können wir unseren Patienten inzwischen deutlich mehr Behandlungsoptionen anbieten“, sagt Prof. Annalen Bleckmann, Direktorin des Westdeutschen Tumorzentrums (WTZ) Netzwerkpartner Münster und Leiterin der Internistischen Onkologie der Medizinischen Klinik A am UKM.

Einer der großen Hoffnungsträger ist vor allem die Immuntherapie. Im Fokus stehen dabei sogenannte Checkpoints, quasi Kontrollpunkte des Immunsystems, die sich auf den T-Zellen befinden und normalerweise eine überbordende Immunreaktion verhindern.

Molekulare Bremsen

„Doch statt wie bei anderen Krankheitserregern anzugreifen, verharren diese Zellen untätig im Gewebe, und manche Krebszellen nutzen diese molekularen Bremsen, um sich zu tarnen und dann unkontrolliert zu wachsen“, erklärt Prof. Georg Lenz, Direktor der Medizinischen Klinik A (Hämatologie, Hämostaseologie, Onkologie und Pneumologie) und Wissenschaftlicher Direktor des WTZ.

An diesem Punkt setzen neue Medikamente wie die vielversprechenden Checkpoint-Inhibitoren an. „Sie lösen die Blockade und stimulieren das Immunsystem, das dann wieder die Tumorzellen erkennen und gezielt angreifen kann“, so Lenz.

Schon viele Einsatzgebiete

Aktuell werden Checkpoint-Hemmer zum Beispiel bei schwarzem Hautkrebs (Melanom), Nieren- oder Blasenkrebs, Lungenkrebs sowie bei Kopf-Hals-Tumoren und Hodgkin-Lymphom (Lymphdrüsenkrebs) eingesetzt.

Die „UKM-Sprechstunde“ zum Weltkrebstag läuft um 18 Uhr auf dem Youtube-Kanal „Universitätsklinikum Münster“. Die Teilnahme ist ohne Anmeldung oder das Herunterladen einer Software möglich. Fragen vorab per E-Mail an ukm-sprechstunde@ukmuenster.de. Alternativ kann der Live-Chat genutzt werden.

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