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Mobile Teams starten in Pflegeheimen

Impfbeginn am 1. Weihnachtstag

Münster

Das Impfzentrum in der Halle Münsterland ist startklar. Wer wann geimpft wird, hängt nicht nur davon ab, wann der Impfstoff kommt - sondern auch von der Menge. 

Ralf Repöhler

In mehreren Impfstraßen kann in der Halle Münsterland gegen das Coronavirus geimpft werden - sobald ein Impfstoff verfügbar ist. Foto: Oliver Werner

Das ist das wohl schönste Geschenk: Das NRW-Gesundheitsministerium plant den Start der Corona-Schutzimpfungen in Pflegeeinrichtungen für den 1. Weihnachtstag (25. Dezember).  Offen ist, wie viele Impfdosen wie schnell nach Münster kommen. Stadt und Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) haben darauf bislang keine Antwort erhalten.  „Von der gelieferte Menge hängt es ab, wie viele Menschen wie schnell geimpft werden können“, sagt Feuerwehrchef Gottfried Wingler-Scholz.

Das in nur 21 Tagen fertiggestellte Impfzentrum in der Halle Münsterland, wo mit ausreichendem Impfstoff bis zu 2400 Impfungen am Tag möglich wären, ist jedenfalls betriebsbereit. „Wir stehen bereit. Der Impfstoff kann kommen“, vermeldet Oberbürgermeister Markus Lewe den logistischen Aufbauerfolg der Feuerwehr.

„Wir müssen uns noch etwas gedulden“

Die Zulassung durch die Europäische Arzneimittelbehörde soll laut Ministerium noch vor Weihnachten erfolgen. „Und wenn sie da ist, werden wir keine Impfstofflieferung für die ganze Stadt bekommen. Wir müssen uns noch etwas gedulden“, stellt der OB klar. Heißt: Sobald der erste Impfstoff in Münster ist, werden zunächst besonders gesundheitlich gefährdete Menschen in Pflegeheimen  und dann in Krankenhäusern aufgesucht. Corona-Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer geht von einem voraussichtlichen Impfstart am 1. Weihnachtstag aus. Wann welche weiteren Bevölkerungsgruppen geimpft werden, gilt es noch im Detail zu klären. „Wir warten auf bundesweit einheitliche Regelungen“, sagt Dr. Hendrik Oen, Leiter der Bezirksstelle der KVWL.

Das Impfzentrum

Die Resonanz ist groß: Über 1000 Ärzte und medizinische Fachkräfte haben sich bei der Kassenärztlichen Vereinigung gemeldet und ihre Mitarbeit im Impfzentrum in der Halle Münsterland angeboten. „Wir brauchen jede helfende Hand“, hofft Dr. Hendrik Oen auf weitere Anmeldungen. Im Moment wird mit einem Arzt und zwei Fachkräften pro Impfstraße gerechnet. In der Messehalle Nord wird es zunächst fünf Impfstraßen geben. Wird mehr Impfstoff geliefert, kann das Impfzentrum auf neun Impfstraßen ausgebaut werden. Geimpft wird in zwei Schichten an sieben Tagen die Woche. Das Impfzentrum erinnert an einen Flughafen-Terminal. Absperrbänder sorgen für eine Trennung der Laufwege und Wartebereiche. Die Schalter zum „Check-in“ und „Check-out“ sind mit Spuckschutzwänden ausgerüstet. Ein medizinischer Bereich für den Impfvorgang und ein Bereich zur Nachbetreuung sind eingerichtet.

Erst Senioren, dann Pflegepersonal

Klar ist, dass nach den Senioren zunächst priorisierte Münsteraner wie Pflegepersonal und Mitglieder der Hilfsorganisationen geimpft werden. Und dann? „Im Moment sehe ich nicht die Menge an Impfstoff, dass wir diese Frage beantworten können“, sagt Oen. Er rechnet für Februar mit ausreichenden Beständen in Münster. „Wir müssen um Geduld bitten“, so Oen.

Kommentar: Münster hat geliefert

Die Geschäfte sind erneut geschlossen. Cafés und Restaurants, Theater und Museen schon länger. Münster fällt immer tiefer in den Corona-Winterschlaf. Was so sein muss, denn die Pandemie-Zahlen zeigen: Wir alle müssen unsere Kontakte dringend reduzieren.

55 Münsteraner werden aktuell in Krankenhäusern behandelt, das ist der höchste Wert dieser zweiten Corona-Welle. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist im landesweiten Vergleich zwar noch auffallend gut, aber auch Münster hat mit knapp 100 einen doppelt so hohen Signalwert.

Hoffnung gibt das in nur drei Wochen aufgebaute Impfzentrum in der Halle Münsterland. Münster hat geliefert – es fehlt der Impfstoff. Vor allem fehlen Informationen darüber, wie viele Impfdosen über den Winter in die Stadt kommen. Die Menge wird die Antwort darauf geben, wie viele Münsteraner wann geimpft werden können. Wir müssen also weiterhin geduldig und vorsichtig bleiben, Maske tragen und Abstand halten.

Sobald Details geklärt sind, will die KV über das weitere Prozedere informieren. Sie arbeitet an einem Terminmanagementsystem für das Impfzentrum. „Jeder wird sich anmelden müssen“, sagt Oen. Geplant ist, dass eine Terminvergabe telefonisch, per App und über eine Website möglich sein wird.

Heuer ruft Münsteraner auf, sich impfen zu lassen

Heuer ermuntert die Münsteraner, sich impfen zu lassen, wenn es denn so weit ist. „Je mehr Bürger mitmachen, um so schneller werden wir die Pandemie besiegen“, sagt er.

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