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Planetarium im Naturkundemuseum wird erneuert

In Münster entsteht der „Kosmos-Simulator“

Münster

Noch ist die Kuppel schwarz wie die Nacht – aber die Arbeiten im Planetarium Münster sind im Plan. Es wird aufwendig umgebaut. Alles erneuert. Am Mittwoch zeigte der LWL die Baustelle und verriet auch, dass die Projektionskuppel gar keine Leinwand ist.

Von Gunnar A. Pier

Noch ist die Kuppel im Planetarium schwarz wie die Nacht: Dr. Jan Ole Kriegs (Direktor des LWL-Museums für Naturkunde), Dr. Tobias Jogler (Technische Leitung des LWL-Planetariums) und Dr. Björn Voss (Leiter des LWL-Planetariums) Foto: Gunnar A. Pier

Ein Museumsdirektor hat es auch nicht immer leicht. „Als größter und schwerster Mitarbeiter musste ich immer wieder probesitzen“, sagt Jan Ole Kriegs, aber vermutlich lacht er hinter der Corona-Maske, denn das Anliegen ist erfreulich. Das Planetarium im münsterischen Naturkundemuseum wird seit Monaten umgebaut, und beim Besuch auf der Baustelle gab’s am Mittwoch die bei öffentlichen Baumaßnahmen in Deutschland viel zu selten gehörte Nachricht: „Es läuft alles nach Plan“.

Das künstliche Firmament im LWL-Museum war schon etwas in die Jahre gekommen. 1982 wurde es eröffnet und erfreute sich großer Beleibtheit. Doch jetzt war es Zeit für eine gründliche Überarbeitung.

Am Mittwochmittag stehen Museumsdirektor Jan Ole Kriegs, Planetariums-Leiter Dr. Björn Voss und der Technische Leiter Dr. Tobias Jogler auf staubigem Holzboden und zeigen in die schwarze Kuppel. „Alles, was Besucher sehen können, wird neu“, erklärt Jogler. Neue Stühle, neuer Teppich, neuer Projektor, neue Projektionskuppel. Aber auch neue Belüftung, neue Tonanlage, neue Laser-Technik.

Der Weg ist halb gegangen und vieles ist schon zu erkennen. So sind die dreh- und neigbaren Besucher­sessel künftig nicht mehr ebenerdig angeordnet, sondern die Zuschauerränge steigen an. Die Strategen wollen damit etwas erreichen, was sie „Immersion“ nennen: Weil die Zuschauer höher sitzen, verstärkt sich der Eindruck, mitten drin zu sein in der 360-Grad-Projektion. 225 Sitzplätze wird es geben, ein paar weniger als zuvor. „Wir haben einfach die 30 schlechten Sitze weggelassen“, bringt Voss die Idee auf den Punkt: Im bisherigen Planetarium gab es einige Plätze mit unzureichender Sicht.

Noch ist die Kuppel schwarz wie die Nacht, offene Kabel liegen herum und Bauarbeiter greifen zu grobem Werkzeug. Damit soll ganz bald Schluss sein. Denn Ende Oktober beginnen britische Monteure unter der Anleitung US-amerikanischer Spezialisten damit, das Herzstück des neuen Planetariums zu installieren: die neue Projektionskuppel. 360 Quadratmeter groß, 13 Meter hoch. „Ein Kosmos-Simulator“, sagt Voss.

Sie besteht aus perforiertem Aluminium, ist also eine Metall-Halbkugel mit kleinen Löchern. Das macht es möglich, durch die Projektionsfläche für Frischluft zu sorgen, auch die Lautsprecher werden hinter der Kuppel verborgen.

Wenn die Arbeiten im Frühjahr 2022 abgeschlossen sind, geht’s wieder los unter dem künstlichen Sternenhimmel. Neben Filmen und Live-Vorträgen zur Astronomie soll es mehr noch als bisher auch Lesungen und Konzerte geben. Dabei hilft, dass die Halle weniger hallt als zuvor, Ton und Belüftung können deutlich besser kontrolliert werden. Und es gibt eine Bühne.

Bis Weihnachten soll die Projektionskuppel fertig sein, dann kommen Teppich und Bestuhlung, bevor sich das Planetarium im kommenden Jahr mit einer Aktionswoche zurückmeldet.

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